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Volkskunde aus der Mitte : Festschrift für Olaf Bockhorn zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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HERBERT NIKITSCH

Stadiongasse 9.

Vom ,, Eichendorff- Haus", der Deutschen Bildung"

und der ,, Deutschen Gemeinschaft für alkoholfreie Kultur"

Von Olaf Bockhorn habe ich erstmals- beim Besuch seiner Proseminare anno dazumaletwas über ,, Volkskunde" gelernt, über ihre Geschichte und auch über ihre auẞerwissen-schaftlichen Implikationen. Und ich habe dabei auch gelernt, dass die Lektüre( pa-ra) volkskundlicher Urältervorfahren zwar oft sehr ermüdend sein kann, dass aber eben dieseLektüre, also der direkte Einblick in die sich darin manifestierenden Einstellungen und Ideen,die Voraussetzung für eine Auseinandersetzung mit den jeweiligen zeit-, gesellschafts- undkulturpolitischen Phasen einer Wissenschaft und den Dispositionen ihrer Protagonisten ist.Wenn ich also hier ein paar Randbemerkungen zu einigen jener persönlich und institutionelleng verwobenen Einrichtungen bringe, die Olaf Bockhorn in seinen grundlegenden Abhand-lungen zur österreichischen Zwischenkriegszeitvolkskunde- zuweilen en passant- erwähnthat, werde ich dabei vor allem zeitgenössisches Schrifttum und archivalische Zeugnisse re-kapitulieren- aber auch, um den Jubilar nicht allzu sehr zu langweilen, einige Erinnerungenseinerzeitiger ,, Zeitzeugen".

,, Eichendorff- Haus"

O- Ton Franz Koschier²:

,, Eichendorff Verlag, ja, ja. Das war ja der Verlag, der namentlich auf dem musikali-schen Sektor wertvollste Arbeit machte. Da war der Knyrim, der war im Verlag, ichglaub', er war Buchhändler. Jetzt fallt mir auch ein weiterer Name ein, Stöhr, der da beidieser Gelegenheit mitgetan hat... Der Eichendorff Verlag war damals die Buchhand-lung für musikalische Literatur. Es war ja nicht nur damals von Raimund Zoder dieBauernmusik, es kamen damals die ganzen Noten auf für den Volkstanz, die ganzen

¹U. a. Olaf Bockhorn: Der Kampf um die Ostmark. Ein Beitrag zur Geschichte der nationalsozialistischenVolkskunde in Österreich. In: Gernot Heiß u. a.( Hg.): Willfährige Wissenschaft. Die Universität Wien 1938-1945. Wien 1989(= Österreichische Texte zur Gesellschaftskritik, Bd. 43), S. 17-38; Zur Geschichte derVolkskunde an der Universität Wien. Von den Anfängen bis 1939. In: Albrecht Lehmann und Andreas Kuntz( Hg.): Sichtweisen der Volkskunde. Zur Geschichte und Forschungspraxis einer Disziplin. Berlin- Hamburg1988( Lebensformen, Band 3), S. 63-83; ,, Volkskundliche Quellströme" in Wien: Anthropo- und Philologie,Ethno- und Geographie. In: Wolfgang Jacobeit, Hannjost Lixfeld, Olaf Bockhorn( Hg.): Völkische Wissen-schaft. Gestalten und Tendenzen der deutschen und österreichischen Volkskunde in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts. Wien, Köln, Weimar 1994, S. 417-426; Von Ritualen, Mythen und Lebenskreisen: Volkskundeim Umfeld der Universität Wien. In: Jacobeit, Lixfeld, Bockhorn 1994, S. 477-526.

2 Zu Koschier( 1909-2002) s. Blätter für Kärntner Volkskunde 4( Sommer 1989), Sonderheft( mit Lebensdatenund Bibliographie); in seiner Funktion als Referent für Volks- und Hauptschulen beim Stabe des Chefs derZivilverwaltung in den besetzten Gebieten Kärntens und Krains und Leiter der Lehrerbildungsanstalt in Kranjbegegnet er etwa im, Vermerk der Forschungs- und Lehrgemeinschaft, Das Ahnenerbe' über eine Besprechungbetreffend die Germanisierung in den besetzten Gebieten Kärntens und Krains und die Errichtung einer For-schungsstätte" vom 6. 10. 1941. In: Quellen zur nationalsozialistischen Entnationalisierungspolitik in Slowenien1941-1945. Zusammengestellt und erläutert von Tone Ferenc. Maribor 1980.www.uni-klu.ac.at/hstockha /neu/Entnationalisierung_Nr._148.pdf[ 4. 9. 2012].

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