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Welche ,, besondere Lage" die Fortführung der Zeitschrift( und den erbetenen„ Zuschuss vonRM 500,-") so dringend machte, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Ob man dabei an dasinnenpolitische Faktum des zu diesem Zeitpunkt kurz bevorstehenden Juliabkommens vom11. Juli 193624 denken soll, bleibe dahingestellt. Näher liegt ja die schlichte Annahme, dassdamit Schwierigkeiten bei der Publikation der„, Bausteine" angesprochen waren, wie sie sichwohl aufgrund der( allerdings nur kurzfristigen) Schließung des„ Eichendorf- Hauses" imApril 1936 wegen„ staatsgefährdender Bestrebungen“ 25 ergeben hatten. Fest steht jedenfalls,dass die Subventionen nicht ausblieben und die ,, Bausteine" immerhin noch bis zu ihrem 6.Jahrgang 1937/1938 erschienen dann sogar vom renommierten und facheinschlägig be-kannten ,, Herbert Stubenrauch Verlag❝26 herausgebracht. Diesem letzten Band der„, Baustei-ne" ist auch ein Nachwort angefügt, demzufolge„ niemand von uns ahnen[ konnte], wie baldund herrlich das alles in Erfüllung gehen sollte, was wir nicht nur aus tiefstem Herzen ersehnthatten: Diesem Ziele hatte die wissenschaftliche Arbeit der Gesellschaft Deutsche Bildungvon Anfang an gedient. Uns ging und geht es um eine in ihrem Wesen deutsche Bildung, indem Sinne, daß die ewigen Werte des eigenen Volkstums in ihrer naturgegebenen rassischenVerankerung durch geschichtliche Verfolgung bis zu ihren Wurzeln aufgedeckt und durchVergleich mit anderen Kulturen in ihrer Eigenart abgegrenzt werden.“
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Diese Hommage an die neuen politischen Verhältnisse im nunmehr ans Deutsche Reich an-geschlossenen Österreich ist mit„ Heil Hitler“ vom„ Vorstand der Gesellschaft Deutsche Bil-dung" gezeichnet. Dessen personelle Zusammensetzung lässt sich nicht vollständig rekon-struieren- und so in diachronem Überblick nur festhalten, dass als„ Proponent“ der am 25.November 1930 angemeldeten„ Gesellschaft Deutsche Bildung“„ Dr. Edmund Mudrak,Wien 18., Schindlerstr. 3a628 firmiert. Von diesem stammt möglicherweise auch die Satzungdieses ,, wissenschaftlich- kultürlichen Vereins", dessen§ 2 lautet:
,, Die Gesellschaft vereint ihre Mitglieder zur Erarbeitung der Grundlagen der deut-schen Kultur. Dies soll durch Erforschung deutschen Volks- und Brauchtumes Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumes undfremder Kulturen in Vergangenheit und Gegenwart geschehen. Politische Tätigkeit je-der Art ist ausgeschlossen."
In§ 4 ist die Aufnahme der Mitglieder geregelt, die„, durch den Proponenten, nach der Grün-dung der Gesellschaft durch den Vorstand[ erfolgt]. Das Ansuchen um Aufnahme kann ohneAngabe von Gründen abgelehnt werden. Eine Berufung dagegen ist ausgeschlossen."
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24 Ludwig Jedlicka, Rudolf Neck( Hg.): Das Juliabkommen von 1936. Vorgeschichte, Hintergründe und Folgen.Protokoll des Symposiums in Wien am 10. und 11. Juni 1976. Wien 1977(= Veröffentlichungen der Wissen-schaftlichen Kommission des Theodor- Körner- Stiftungsfonds und des Leopold- Kunschak- Preises zur Erfor-schung der österreichischen Geschichte der Jahre 1927 bis 1938, 4).
25 Verständigung der Wiener Magistratsabteilung 4 an Eichendorff- Haus vom 18. April 1936, s. Wirtschafts-kammer Österreich- Archiv, Gewerbearchiv der WK Wien, Eichendorff- Haus.
26 Zu dessen Verlagsprogramm s. den Verlagsbericht: Zwölf Jahre Arbeit für die deutsche Volkskunde in derVerlagsbuchhandlung Herbert Stubenrauch 1923-1935. Berlin, Leipzig 1935.
27 Nachwort. In: Bausteine zur Geschichte, Völkerkunde und Mythenkunde mit„ Mythologischem Anzeiger".Mitteilungen der Gesellschaft Deutsche Bildung, 6, 1937/1938, S. 148.
28 Zu Mudrak( 1894-1965) s. Bockhorn 1994( wie Anm. 1), S. 488–501.
29 WStLA 119 Vereine, 11804/30 Deutsche Bildung. Die vollständige Dokumentation der Archivrecherche inHerbert Nikitsch: Auf der Bühne früher Wissenschaft. Der Verein für Volkskunde in Wien( 1894-1959). Wien2006(= Buchreihe der Österreichischen Zeitschrift für Volkskunde 20), S. 237, Anm. 260.
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