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Volkskunde aus der Mitte : Festschrift für Olaf Bockhorn zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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bleiben können.' Als sie außerhalb des Waldes waren, fanden sie ein Häuschen, ein schönesHäuschen. Sie gingen hinein und fanden die Örkin. Als sie die Kinder sah, gab sie ihnen zuessen und zeigte sich gastfreundlich. Als sie gegessen hatten, verbarg sie sie in einem Faẞ.Sie sagt:, Ich muß euch verbergen, denn wenn mein Mann, der Orke kommt, friẞt er euchauf."

Darauf fürchteten sich die Kinder sehr. Dann kam der Orke und machte:, Pfing! Pfing! Esriecht nach Christenkindern.' Die Frau sagt:,... hier gibt es nichts für dich.' Dann aẞ er. Spä-ter sagt sie:, Was hast du? Daß du herumschnupperst.' Er sagt:, Es riecht nach Kindern.' Siesagt:, Ah, diese sind mager, sie sind arm.', Dann mäste sie, so daß wir sie später essen.' Da-raufhin gab sie ihnen zu essen. Eines Tages sagt der Orke zum Büblein:, Strecke mir einenFuß oder ein Händlein heraus, damit ich sehen kann, wie feist du bist.'

Aber er streckte einen Hühnerfuß heraus., Ach', sagt er ,, wie mager du bist!', Gut, gut, mor-gen kommst du mit mir in den Wald hinaus, denn wir gehen Holz hacken.' Er sagt:, Ja!', DasMädchen aber macht die Hausarbeiten für mein Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib, für die Örkin!

Daraufhin blieb das Mädchen zu Hause, während der Orke und das Büblein fortgingen, umHolz zu hacken. Als sie dabei waren, das Holz zu hacken, sagt er:, Halte deine Händlein un-ten hin, damit du den Klotz festhältst.' Das Büblein sagt:, Macht es Ihr, denn so halten wirihn fester.' Sofort schlug das Büblein drauf und klemmte ihn unten fest. Er sagt:, Also, wie...?' Denn er war nicht mehr imstande, die Hände frei zu bekommen. Er zog immer wieder. Ersagt:, Geh zu meiner Frau, zur Örkin, und laẞ dir den Keil geben. Dann machst du mir dieHände los.' Es sagt:, Ja!' Darauf sagt das Büblein es kam zurück und sagt( zur Örkin):, Gibmir das schönste Roß und die Geldkasse, der Orke sagt, ich soll es in den Wald hinunterbringen.' Die Örkin traute der Sache nicht und ging zur Haustür und sagte:, Ist es wahr?' DerOrke antwortete: Ja.' Darauf ging sie hin, gab ihm das Roß und auch das Geld. So machtensich das Büblein und das Mädchen auf und davon.

Und als sie den Bach passiert hatten, bemerkte es der Orke; er tobte und riss sich los. Nunwar der Junge auf dem Pferd mit dem Mädchen. Als sie den Bach passiert hatten, war derOrke bereits mitten im Bache.

Da sagen sie:, Brücklein brich und Bach werde groß!' Und der Orke war im Bache, währenddie beiden auf dem Pferd und mit dem Geld forteilten. Am anderen Ufer blieben die anderenohne nichts mehr."

Versuch einer Bewertung

In den Schulen in Österreich und Deutschland lernen Schüler über die Kimbern und Teuto-nen, die ursprünglich im heutigen Jütland in Dänemark beheimatet waren. Die Kimberndrangen im 2. Jahrhundert v. Chr. immer weiter nach Oberitalien vor und wollten in der Po-ebene sesshaft werden. Am 30. Juli 101 v. Chr. aber wurden sie in der Schlacht von Ver-cellae, südlich dem heutigen Vercelli im Piemont, von den Truppen des römischen FeldherrnMarius in einer offenen Feldschlacht vernichtend geschlagen. Die Spur der Kimbern undTeutonen verliert sich dann in den Geschichtsquellen. Es bleibt undokumentiert und wahr-scheinlich undokumentierbar ob die heutigen Zimbern mit den Kimbern von damals ver-wandt sind.