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Von einem Zigeuner Glossar ::: zum Glossareintrag Zigeuner kauft Urban ein Paar starke Rösser und dazu noch das entsprechendeGeschirr,
,, zwei Kummete, nicht zu verwüsten wie die Rosse selbst. Die Polster lagen auf, alswären sie nach Maß gemacht, nur am Kopfzeug war etwas anzupassen. Die Strängewaren handbreit und dick wie Finger, die Nähte saßen im Leder wie eingewachsen, eswar ein rechtes Geschirr für die Arbeit, aber es sah auch etwas gleich, schwarz ge-wichst und mit dem glänzenden Messingbeschlag."
Das folgende Zitat stammt nun nicht mehr von Imma Bodmershof, sondern aus der Disserta-tion Olaf Bockhorns:
,, Bis in die jüngste Zeit war das Kummet(„ Kummat“) im Mühlviertel nur für Pferdeverwendet worden. Wie die Jöcher hängt das gesamte Roßzeug zumeist neben derStallstür im Hof, wo auch die Anschirrung vorgenommen wird.( T. XXV/ 4). Zuerstlegt man dem Tier das Halfter um, bestehend aus Kopfriemen, Hirnriemen, Seitenrie-men und Keuriemen, dann schiebt man das Kiss über den Kopf auf den Hals. Es ist eingrasgefüllter, leinenüberzogener Polster, der das Tier vor dem Druck des Kummetsschützt,..."
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An der hier geschilderten Pferdeanschirrung hat sich über Jahrhunderte nichts geändert undsie war, von kleinen Unterschieden abgesehen, wohl allgemein üblich. Urban, unser selb-ständig gewordener Bauer, hängt das Geschirr übrigens nicht neben die Stalltür, sondern indie Stube, womit zum Ausdruck kommt, was es ihm bedeutet.
Ochsen und-in Ermangelung dieser- auch Kühe wurden mittels Joch eingespannt, wobeiwir bekanntlich Nackenjoch, Widerristjoch und Stirnjoch unterscheiden. Die beiden ersterenwurden meist in Form des Doppeljoches verwendet. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhundertsbesaß ein bäuerlicher Mittelbetrieb im Oberen Mühlviertel- einer dem Waldviertel ver-gleichbaren Region- durchschnittlich 1-2 Paar Ochsen, 4 6 Kühe, 2-4 Stück Jungviehsowie einige Schafe. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts gab es auf diesem Hof 2- 3 Paar Och-sen, einige Stück Jungvieh, 4 Melkkühe, Schweine und Hühner, nach 1945 wurden die Och-sen durch Pferde ersetzt und diese 1950 durch einen Traktor. Die dem Ochsenfuhrwerk unddem Pferdefuhrwerk entsprechende Joch- beziehungsweise Kummetanspannung markierennicht nur unterschiedliche Anspannungsarten, sondern sie sind auch Zeugen des Wirt-schaftswandels.
Während es im Zusammenhang mit der Sprachwissenschaft bereits eine Tradition der Gerä-teforschung gab( hier sei nur an die Werke von Paul Scheuermeier, an Meringers„ Wörterund Sachen" oder an die Arbeiten des Ostdeutschen Kollegen Wolfgang Jacobeit„ Zur Ge-schichte der Pferdeanspannung" ³ bzw.„ Jochgeschirr- und Spanntiergrenze" erinnert), bliebsie in Österreich weitgehend regional begrenzt. Stellvertretend kann das fundamentale Werkvon Hanns Koren über„ Pflug und Arl“ hervorgehoben werden, in dem er für seine typologi-sche Unterscheidung der Ackerbaugeräte vor allem archivarische Quellen benützte. Im Zu-
2 Olaf Bockhorn: Die Fahrzeuge im Mühlviertel. Geräte- und Wirtschaftsformänderung. 2 Bde.( Diss.) Wien
1971.
3 In: Zs. für Argargeschichte und Agrarsoziologie 2( 1954), H. 1.
4 In: Deutsches Jahrbuch für Volkskunde, 3. Bd., Berlin 1957.
5 Hanns Koren: Pflug und Arl. Ein Beitrag zur Volkskunde der Ackergeräte. Salzburg 1950(= Veröffentl. desInstituts für Volkskunde in Salzburg, Bd. 3).