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Geschichte der österreichischen Volkskunde
Entstehung
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und pseudovolkskundlichen Richtung waren G. R. W. vonCöckelberghe- Dützele, der unter dem PseudonymRealis seine, Geschichten, Sagen und Merkwürdigkeiten ausWien's Vorzeit und Gegenwart" 1841 veröffentlichte, 68) und KarlSchimmer, in dessen sonst verdienstvolle Arbeiten doch auchmancher derartige Irrtum Eingang fand. Sein Wien seit sechsJahrhunderten", 1847, ist auch zum Anlaß mancher verfehlterWeiterungen geworden.69) Daneben arbeiteten freilich auch ge-diegene Lokalhistoriker, wie J. E. Schlager, an der Beseitigungderartiger romantischer Verbrämungen der einheimischen Über-lieferungen, allerdings nicht vom volkskundlichen, sondern reinvom historischen Standpunkt her.70)

Jedenfalls dienten aber alle diese Anregungen dazu, dasInteresse an der heimischen Sage wach zu erhalten. Mitunter zeigensich auch Ansätze, sie ähnlich wie das Volkslied systematischer zusammeln; für Tirol erging beispielsweise 1830 ein derartiger Auf-ruf.) Zur Auswirkung konnten diese Ansätze nicht mehr kommen,die Volkserzählung war noch mehr als das Lied auf die konzen-trierte Bemühung von Einzelpersönlichkeiten angewiesen, wie sieerst die romantische Mythologie anregen sollte. Die früheRomantik österreichischer Prägung blieb bei den erwähnten Er-gebnissen stehen, die mehr oder minder alle zur künstlerischenGestaltung hinüber gravitieren.

Der engste Kreis dieser frühen romantischen Volkskunde inÖsterreich wird in der Folgezeit weniger durch die Persönlich-keiten, die durch ihn angeregt wurden, als durch solche, die aufdie verschiedensten Einzelanregungen reagierten, erwei-tert. Am dichtesten sind die verschiedenen wechselseitigen Beein-flussungen wieder in Wien verschlungen. Wissenschaftliche undkünstlerische Bestrebungen befruchten hier fortdauernd einander,so daß auch die Leistungen kaum zu trennen sind. Auf dem ganzenGebiet der Mundartdichtung ist dies sehr deutlich, Gestalten, wieIgnaz Franz Castelli und Alexander Baumann,haben immer wieder anregend gewirkt.72) Am deutlichsten wirdall dies vielleicht bei der Gestalt des Dichters Johann GabrielSeidl. Seine wertvolle sammlerische Tätigkeit geht sowohl aufSchottky und Tschischka wie später auf den Erzherzog Johann,nicht zuletzt aber auf die eigene Begabung zurück. Die von ihmgesammelten Volkslieder, die er, zusammen mit recht gelungenenBrauchtumsschilderungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumsschilderungen, als ,, Almer. Innerösterreichische Volks-weisen" 1850 veröffentlichte, lassen sich kaum von seinen Flin-serln", 1828, trennen, in denen wieder eigene und gehörte Vier-zeiler unlöslich ineinander verflochten erscheinen.73) Dazu kommtnoch, daß Seidl ein ebenso guter Beschreiber wie Sammler ist, diebeiden Qualitäten der aufklärerischen und der romantischen

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