nen, Berufsschulen usw. angeregt, an ihnen Fachkurse abhaltenzu lassen und so zu einer ganz beachtlichen Höhe der allgemeinenBildung auf volkskundlichem Gebiet geführt. Die akademischeGeltung entsprach dieser Bewertung in breiteren Bildungs-schichten nicht ganz, da noch immer von der Schaffung von eigenenLehrstühlen abgesehen wurde. Die Universitäten Innsbruck undGraz hatten nur persönliche Ordinariate als höchste erreichbareMöglichkeit gewonnen, Wien besaß sogar nur ein planmäßigesExtraordinariat. So war das Verhältnis der fachlichen Bildungs-faktoren von der Spitze her noch nicht sehr günstig gestaltet undein Überhandnehmen der dilettantischen Beanspruchung deutlichbemerkbar. Die Besetzung Österreichs 1938 verschlim-merte das Verhältnis noch beträchtlich, die laienhafte Weiter-bildung ungelenkter Art, ohne Kenntnis der wissenschaftlichenProblematik des Faches verstärkte sich bedeutend. Das vorhervorhandene Gegengewicht der religiösen Volkskunde gegen dienationalistisch betriebene Forschung und Weitergabe wurde be-seitigt, so daß deren unkontrollierte Einseitigkeit überhandnahm.Dazu kam noch der überwältigend starke Einfluß der verschie-denen reichsdeutschen Lehrmeinungen und Auffassungen, der eineeigentlich österreichische Volkskunde kaum mehr gestattete. Dem-entsprechend ist während des zweiten Weltkrieges auch kaummehr Wesentliches auf dem Gebiet geleistet worden. Obwohl In-stitutionen, wie ,, Das Ahnenerbe" in Österreich, und zwar in Salz-burg unter Wolframs Leitung, eigene Volkskundliche Forschungs-institute einrichteten, kann von einer auf Österreich bezogenenArbeit kaum die Rede sein, bzw. ist sie anscheinend über samm-lerische Vorarbeiten, die beispielsweise von Romuald Pram-berger durchgeführt wurden, nicht hinausgekommen 36). Zen-trale österreichische Organisationen, wie das„ ÖsterreichischeVolksliedunternehmen", wurden aufgelöst, die einzelnen Landes-archive dem Deutschen Volksliedarchiv in Berlin unterstellt.
Das Ende des zweiten Weltkrieges und die BefreiungÖsterreichs machten diesem Zustand ein Ende. Die mit demReich angeknüpften organisatorischen Fäden zerrissen wieder. Diepersonelle Führung der Forschung erlitt fast allerorts einenjähen, politisch bedingten Wechsel. Damit wurde die Periodegerade unter dem Vorzeichen beendet, unter dem sie auch be-gonnen hatte: mit dem Ende des neuromantischen Nationalismuswar sie auch in der Volkskunde am Schluß angelangt.
VIII.
Historismus und Sachlichkeit
Die Anbahnung dessen, was nun die Gegenwart und wohlauch die nächste Zukunft der österreichischen Volkskunde be-
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