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Geschichte der österreichischen Volkskunde
Entstehung
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lichen Atmosphäre der nächsten Epoche auch zur Wissenschaftführen sollten.

VI

Positivismus und Liberalismus

Zu allen Geisteswissenschaften ist der Grund im Widerspielder Jahrzehnte und der Meinungen um Aufklärung und Romantikgelegt worden. Ob es sich nun um rein geistige Strömungen han-delte, oder um Verhaltungsweisen, die durch das geschichtlicheSchicksal der Entstehungslandschaften einzelner Richtungen undPersönlichkeiten veranlaßt waren, erst die Auseinandersetzungzwischen ihnen ließ es zur wissenschaftlichen Anschauung kom-men. Die Weiterformung zur modernen Forschung war aber indemselben Ausmaß nur der weitgehend einheitlichen Richtungim nächsten Zeitabschnitt möglich, der Gewinn der geistigen Selb-ständigkeit durch den Positivismus. Jene Loslösung von dentraditionellen Bindungen, welche Rationalismus und Aufklärungangebahnt hatten, konnte sich in der liberalen Zeit in vorher un-denkbarem Ausmaß verstärken; vor allem unterstützt durch diepolitische Entwicklung und durch den Aufschwung der Natur-

wissenschaften.

Alle derartigen Strömungen gehen in den etwa sechs Jahr-zehnten, welche dieser Zeitraum umfaßt, eng miteinander ver-bunden vor sich. Der Fortschrittsglaube des Liberalismus,die Erkenntnis der soziologischen Grundlagen desLebens durch August Comte¹) und durch die Sozialisten,der Entwicklungsgedanke in der Naturwissenschaft, wieer durch Darwin vorgetragen wurde 2), das sind die Grund-lagen dieser Zeit, und von ihnen ist der Entfaltungsweg der Volks-kunde in dieser Epoche nicht zu trennen. Jene Jahrzehnte, welchevon den romantischen Nationalisten am tiefsten betrauert werden,bilden eine absolut notwendige Stufe in unserer Wissenschafts-geschichte.

Wieder sind auf österreichischem Gebiet kaum irgendwelchetheoretische Erkenntnisse zu verzeichnen, welche die Forschungin diesem Sinn gefördert hätten. Es sind aber genügend praktischeAuswirkungen da, die zeigen, daß die österreichische Forschungdiesen Weg mit großem Erfolg mitgegangen ist, und das ist aus-schlaggebend.

Denn nicht nach einzelnen theoretischen Ergebnissen hat sichdieser Weg gerichtet, sondern den Stufungen der allgemeinen Ent-wicklung angepaẞt. Es sind im wesentlichen drei Abschnittegewesen, mit denen die Volkskunde die innere Gestaltung Öster-reichs und seine Geschichte begleitet hat. Der erste Ab-schnitt, von der Romantik im Sinn ihrer österreichischen Spät-

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