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Geschichte der österreichischen Volkskunde
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für die Musiker. Schon die Meister des frühen Rokokos hatten mit-unter volkstümliche Weisen aufgenommen, Johann JosephFux etwa.31) Am stärksten werden derartige Beziehungen aberbei Joseph Haydn fühlbar, der in einigen Hauptwerkenführende Themen dem Volkslied seiner Heimat entnahm, bei-spielsweise in der Arie des Uriel Mit Würd und Hoheit ange-tan" aus der Schöpfung" den Anfang des Liedes ,, Es steht einBaum im tiefen Tal". Bei Wolfgang Amadeus Mozartdagegen sind deutlich Züge der Aufzugs- und Tanzmusik, wie siegerade im Salzburg seiner Zeit üblich war, festzustellen.73) Der-artige, zum Teil bewußt, zum anderen Teil sicherlich auch unbe-wußt eingeflochtene Zitate stellen auch einen Zug im Gesamtbildder Aufklärungszeit dar, das nicht volkstümlich genug angeregtgezeichnet werden kann. Ohne direkte wissenschaftliche Stellung-nahme zur Volkskultur war in ihr eine interessierte Verhaltens-weise zu den Dingen angebahnt worden.

IV.

Empire und Zentralismus

Zwischen dem josephinischen Spätrokoko und dem roman-tischen Biedermeier gibt es in vieler Hinsicht kaum Unterschiede.In der inneren Haltung sind die beiden Perioden einander weit-gehend ähnlich, das Durchlaufen vieler Strömungen wie dasHerüberleben mancher Persönlichkeiten aus dem späten 18. indas frühe 19. Jahrhundert wirken verbindend. Dennoch sind diebeiden Zeitalter durch eine Zwischenepoche getrennt, die geistes-geschichtlich, besonders aber wissenschaftsgeschichtlich nicht über-sehen werden darf, nämlich durch das Empire. Dieses knappeVierteljahrhundert zwischen dem Ausbruch der FranzösischenRevolution und dem Wiener Kongreß ist ein Zeitalter für sichErfüllt von dem, alle machtpolitisch einander bekämpfendenGruppen gleichmäßig beseelenden Klassizismus, geformt von demausgesprochenen oder verhehlten Bewußtsein, am Ende einer ver-sinkenden und augenscheinlich am Beginn einer aufsteigenden Zeitzu stehen, faßt es die Kräfte der jüngsten Vergangenheit zusam-men und läßt sie zu einem Teil rasch reifen, zum anderen sich adabsurdum führen und zum dritten in die nächste Zukuft weiter-wirken.

Für Europa und Amerika sind alle diese Vorgänge durch diegesellschaftlichen und verfassungsmäßigen Umwälzungen inFrankreich angebahnt worden. Der Sturz der Erbmonarchie, dieHerrschaft verschiedener demokratischer Formen und die kurz-lebige Autokratie Napoleons haben nicht nur durch die damitverbundenen kriegerischen Bewegungen, sondern durch ihr Bei-spiel allenthalben gewirkt. In Österreich war wohl kein Boden

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