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Geschichte der österreichischen Volkskunde
Entstehung
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sind Gottfried Prehauser, Felix Kurz- Bernardonund noch Philipp Hafner, nicht aber die Wissenschafter.

Die Forschung der Zeit, also die Lokalgeschichte, geht aufvolkstümliche Erscheinungen nur spärlich ein. MatthiasFuhrmann bringt in seinem ,, Alt- und Neues Wien", 1739, einigeBrauchtumsmitteilungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumsmitteilungen, die aber ihrerseits wieder auf Verboteusw. zurückgehen. 34) Es ist dies eine der wenigen Auswirkungendes barocken Rationalismus, der in Mittel- und Norddeutschlandin umfangreichen polemischen Schilderungen seinen Niederschlaggefunden hat.

In der Haltung mit Abraham wie mit Neiner verwandt, dochunparteiischer, ohne Polemik und eigentliche Sittenkritik lebt dieSittenschilderung in der zeitgenössischen Lyrik. Abseits vomtaggebundenen Flugblattlied hat sich in den letzten Jahrzehntendes 17. Jahrhunderts ein Gesellschaftslied entwickelt, das in einereigentümlichen volksmäßigen Anonymität halb Gegenstand undhalb Zeugnis der Volkskunde ist. Mehr Gegenstand ist es in derWiener Sammlung Ehrliche Gemüth- Erquickung.Das ist: Unterschiedliche annehmliche Gesänger, Mit trostreichensittlichen Lehren untermischet" von 1686.35) Die weltlichen Liederder Sammlung enthalten zum großen Teil Sittenschilderungen, dieals Zeugnisse des Volkslebens der Zeit aufzufassen sind. Dasbürgerliche Element ist besonders in den Klagen der Eheleute,der Hausfrauen und der Dienstmädchen enthalten, das bäuerlicheim ,, Steyermarkischen Rauffjodel", in der Bauren- Klag" usw.Dieser aus Liedern verschiedener Verfasser bestehenden Samm-lung gegenüber stellt das salzburgische ,, Muckennetz, OderGemüts- Erfrischung" von 1694, das Werk eines einzigen Autors,eine Dichtung voll von Zeugnissen zur zeitgenössischen Volks-kultur dar.36) Züge des Brauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtums, wie der Maibaum, dasJohannesfeuer, die Martinsgans usw., werden ebenso verwendetwie Sprichwörter und Redensarten. Dazu tritt aber noch eineallgemeine Darstellung des volkstümlichen Lebens in den vierJahreszeitenliedern, die in der Zeit kaum eine einheimischeParallele besitzt und an die farbenfrohesten Monatsbilder derflämischen Renaissance erinnert. Wie auch auf anderen Streckendes Entfaltungsweges der Volkskunde hat auch hier die künst-lerische Darstellung also geradezu die Funktion der wissenschaft-lichen übernommen.

Eine ähnliche Lebendigkeit der Aufnahme des zeitgenössi-schen Volkslebens findet sich nämlich sonst nur mehr in Lebens-zeugnissen, nicht aber in wissenschaftlichen Darstellungen.Bezeichnend für eine beobachtungsfreudige Wiedergabe volks-tümlichen Lebens im Selbstzeugnis sind in der Zeit die Tagebuch-eintragungen des Kremsmünsterer Benediktiners Heinrich

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