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Die Mariengnadenbilder Wiens und Niederösterreichs in der Barockzeit : der Wandel ihrer Ikonographie und ihrer Verehrung
Entstehung
Seite
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KATALOGVorbemerkung

Der Katalog führt die erhaltenen oder in ihrem Gegenstand rekonstruierbarenObjekte nach ihrem heutigen Standort auf, bei verschollenen wird der letztebekannte angegeben. Angaben über Maße und Technik wurden nur bei den Gnaden-bildern, die Ausgangspunkt für Kopien waren, bzw. bei solchen, die sich kult-geschichtlich von keinem anderen Gnadenbild ableiten ließen, angeführt, da es beiden Kopien wegen der Art ihrer Anbringung nicht immer möglich war, dies festzu-stellen. Die Kopien selbst sind soweit möglich- chronologisch gereiht. Es wurdenur die für unsere Darstellung wichtige, vor allem kunsthistorische und ikono-graphische, Literatur zitiert, für die reiche Lokalliteratur ist ergänzend auf dieeinschlägigen Bände von G. Gugitz, Österreichs Gnadenstätten in Kult und Brauch,Wien 1955, zu verweisen.

GNADENBILDER BYZANTINISCHER TRADITION

a) Ostkirchlicher Herkunft( Tatsächlich und legendär)

1 ,, Maria Candia"( Abb. 1)

Wien I., St. Michael, Hochaltar, über dem Tabernakel.

Tempera auf Zypressenholz, z. T. mit Öl übergangen, 105 X 77 cm, unten beschädigt,z. T. übermalt, Heiligenscheine neu vergoldet, Nagellöcher von Devotionskronen.Die Übersetzung und Auflösung der griechischen Inschrift lautet: MuttergottesHodegetria Jesus Christus".

Italo- kretisch, 2. Viertel des 16. Jahrhunderts.

Ikonographie und Typus: Das Gnadenbild ist ikonographisch eine halb-figurige Hodegetria( 1-7), die typologisch der in Smolensk verehrten Ikone amnächsten kommt. Die Smolenskaja( 8-13), deren Original, das wahrscheinlich ausdem 11. Jahrhundert stammte und 1101 von Wladimir Monomachos in der Kathedralevon Smolensk ausgesetzt wurde( 8, 11), nicht mehr erhalten, aber durch zahlreicheKopien überliefert ist, galt wie die Hodegetria von Byzanz als Lukasbild( 14--18)und als Stadt- und Staatsheiligtum. Als Schutzheiligtum bei Kriegsgefahr erreichtesie in der 2. Hälfte des 16. und vor allem im 17. Jahrhundert den Höhepunkt derVerehrung. Diesem Umstand sind die gerade aus dem 17. Jahrhundert mehrfachbelegten Erscheinungen" in Rußland und ihre häufige Kopierung nicht nur inRußland, sondern auch auf dem Balkan( 19) zuzuschreiben. Das Gnadenbild MariaCandia" dürfte seiner typologischen Herkunft nach und auch entsprechend seinerPatronanz im Gefolge dieser besonderen Verehrung der Smolensker Muttergottesin der orthodoxen Kirche entstanden sein.

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Literatur;( 1) N. P. Kondakov, Ikonografia Bogomateri, Petrograd 1915, I,152 ff.( 2) O. Wulff, Altchristliche und byzantinische Kunst(= Handbuch fürKunstwissenschaft, I, 296).( 3) V. Lasareff, Studies in the Iconography of theVirgin( The Art Bulletin XX, 1938, 46 ff.).( 4) O. Demus, The Mosaics of Nor-man Sicily, London 1949, 311.( 5) M. Vloberg, Les Types iconographiques dela Mère de Dieu dans l'Art Byzantin(= Maria, Etudes sur la Sainte Vierge