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Der Mensch und die Biene : die Apikultur Sloweniens in der traditionellen Wirtschaft und Volkskunst ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien = Človek in čebela
Entstehung
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Gorazd Makarovič

Gerichte gesüẞt verschiedene Breiarten und Mehlspeisen. Die Herstellung vonetwas dauerhafterem Honiggebäck fällt zumindest in europäischen Klöstern schonin das frühe Mittelalter. In Slowenien verbreiteten sich entsprechende Rezeptedurch einheimische Klöster wahrscheinlich ab dem 12. Jahrhundert. Solche An-nahmen können sich jedoch erst auf eine Quelle aus dem 17. Jahrhundert stützen,die über einen Honighefestrudel( medena potica) berichtet. Eine solche Potitzawurde damals in Krain als rituelle Osterspeise von Bauern, Bürgertum und Adel ge-gessen. Die bäuerliche Bevölkerung hielt an dieser Tradition bis ins 19. Jahrhun-dert fest und zu Ostern, doch auch zu Weihnachten und bei anderen festlichenGelegenheiten immer eine Honigpotitze. Die Bereitung von Honigteig ist minde-stens für das späte Mittelalter wahrscheinlich, was auch die älteste Erwähnung desLebkuchengewerbes in einst slowenischem Gebiet in Breže( Friesach) in Kärntenim Jahre 1365 nahelegt. Der Bericht aus dem 17. Jahrhundert erwähnt zwar, daßHonig für verschiedenste Speisen verwendet werde: man wird sich hier wohl Süß-speisen der feinen Renaissance- und Barockküche der höheren Gesellschafts-schichten vorstellen müssen, die mit der ziemlich barbarischen Glossar ::: zum Glossareintrag  barbarischen mittelalterlichen Er-nährung nicht viel gemein hatten.

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Sehr wahrscheinlich wurde im Mittelalter Met ein aus Honig zubereitetes alkoho-lisches Getränk zubereitet und getrunken. Zahlreiche Indizien legen die Vermu-tung nahe, daß es sich bei diesem Getränk um ein indogermanisches Kulturele-ment handelt, das auch den Alpenslawen bekannt war. Ein Rezept für die Zuberei-tung des Bauernmets ist aus dem 17. Jahrhundert erhalten: weil das Getränk da-mals in erster Linie aus Wasser und Honig bestand, darf vorausgesetzt werden,daß auch der mittelalterliche Met im Prinzip so zusammengesetzt war. Honigwa-ben wurden so lange in warmem Wasser geknetet, bis der Honig völlig aufgelöstwar. Dann wurde die Lösung durchgeseiht, um die Wachsreste zu entfernen. Miteinem frischen Ei wurde die richtige Dichte des Honigwassers gemessen: es mußtezwei Fingerbreit unter der Oberfläche treiben. Die Lösung wurde anschließend ge-kocht, noch einmal durch ein Leinentuch geseiht, in Fässer gefüllt und warmge-stellt. Nach ein paar Tagen Gärung war der Met fertig. Einige, laut Berichterstattergewissenlose Bauern hatten während des Kochens auch noch Rauschkorn beige-geben: der Met hatte dann zwar weniger Alkohol, doch wurden die Trinker ausfälligund angriffslustig. Ausdrücklich wurde auch erwähnt, daß sich die Zubereitung beiden Bauern von der in Konditoreien in Ljubljana und in Deutschland unterscheidehier wurden beim Kochen verschiedene Gewürze beigegeben. Der Bauernmet wardamals sehr beliebt; es gab ihn in fast allen größeren Dörfern.

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In der Neuzeit war das Honiggebäck Lebzelten bzw. Lebkuchen in Figuralformoder nur in Platten sehr beliebt. Der älteste in Slowenien erhaltene Lebzeltmodelstammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Er diente der Lebzeltherstel-lung für eine Adelshochzeit: deshalb sind zahlreiche heraldische Motive, Brautund Bräutigam und kleine, sehr frei gestaltete erotische Motive eingeschnitzt. Wieweit die Lebzeltherstellung damals in slowenischen Gebieten üblich war, ist nichtbekannt: Berufslebzelter sind in slowenischen Städten erst im 17. Jahrhundert und