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Der Mensch und die Biene : die Apikultur Sloweniens in der traditionellen Wirtschaft und Volkskunst ; Begleitveröffentlichung zur Sonderausstellung im Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien = Človek in čebela
Entstehung
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Geschichte der slowenischen Bienenhaltung

Stane Mihelič

Einleitung

Die Alpenslawen ließen sich gegen Ende des 6, und am Anfang des 7. Jahrhun-derts in einem Gebiet nieder, das im Westen bis zur friaulischen Ebene, den Karni-schen Alpen, den Drauquellen, den Hohen Tauern, dem Dachstein und der Traunreichte; im Norden bildete die Donau bis zum Donaukessel die Besiedlungsgrenzeund im Osten etwa die Linie von Wien bis zum Westufer des Balatonsees; von hierweiter verlief die Grenze bis zur Mündung der Mur in die Drau, dann die Mur fluß-aufwärts bis zur heutigen Trennlinie zwischen Kroaten und Slowenen und dieseTrennlinie entlang gegen Südwesten bis zum Adriatischen Meer.

Das Gebiet, in dem die Slowenen heute leben, deckt kaum ein Drittel des einstigenSiedlungsgebietes der Alpenslawen. Geographisch waren sie mit den Westslawenverbunden, die um das Jahr 550 Landstriche südlich und nördlich der Donau besie-delten. Diese Gebietskontinuität blieb bis zur Expansion der Bayern und Frankenaus dem Westen im 8. und 9. Jahrhundert und bis zum Einfall der Ungarn in diePannonische Ebene Ende des 9. Jahrhunderts bestehen.

Die Zeit bis zum 17. Jahrhundert

Nachdem sich die Alpenslawen niedergelassen hatten, waren sie am Fluẞ TraunNachbarn der Bayern. Doch kommen auch noch jenseits der Traun bis zum InnOrtsnamen vor, die die Besiedlung von Slowenen zwischen den Bayern bezeugen:Wendenau, Windberg, Winden usw. Interessanterweise gab es unweit dieser Ort-schaften auch Imkerorte, wenn die Namen Zeilhofen, Zeidelbach, Zeidelhub, Zeid-ling usw. so gedeutet werden können. L. Armbruster fand südlich der Donau undwestlich der Flüsse Inn und Salzach in bayrischem Gebiet( ohne das österreichi-sche) 40 Ortsnamen, die auf einstige Imkersiedlungen hinweisen; meist handelt essich um kleine Streusiedlungen oder einzelne Gehöfte.

Neben den angeführten Namen kommen in diesem Gebiet auch Namen vor, die fürweite Lindenwälder sprechen: Lindenau, Linden, Lindenloh, Linding usw.; laut ei-nem Bericht des Freisinger Bischofs Arbe aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhun-derts soll dieses Gebiet mit Bienen und Honig bedeckt" gewesen sein.