Die Bienenzucht heute
Janez Poklukar
1. Einleitung
Die Bienenzucht ist in Slowenien eine traditionelle Branche der Landwirtschaft undViehzucht. Einst war die Bienenhaltung für die Selbstversorgung der landwirt-schaftlichen und neuaufkommenden städtischen Bevölkerung unumgänglich. Umdie Jahrhundertwende tritt jedoch zunehmend eine spezialisierte Bienenzucht mitmodernen Aufsatz- und Blattstöcken in den Vordergrund. Die Einstellung zur Bie-nenzucht wird professionell. Dieser Prozeß konnte auch durch zwei Weltkriege unddas Aufkommen von neuen Bienenkrankheiten nicht zum Stillstand gebrachtwerden.
Laut Daten des Verbandes von Bienenzuchtvereinen gibt es heute in Slowenien11 000 Bienenzüchter mit insgesamt 140 000 Völkern. Im Durchschnitt ist der Er-trag eines Stockes 15 kg Honig in einer Saison. Viele Bienenzüchter transportierenihre Bienen sehr intensiv zur Tracht. Die Zahl von fahrbaren Bienenhäusern wirdauf etwa 2000 geschätzt. Diese Daten und die sehr gut organisierte Erzeugung undVerarbeitung von Bienenerzeugnissen in etlichen Verarbeitungsbetrieben sind einBeweis dafür, daß die Bienenzucht in Slowenien sehr hoch entwickelt ist, höher alsim europäischen Durchschnitt.
2. Stöcke und Bienenzüchtergerätschaften
2.1. Bienenstöcke
2.1.1. Krainer Bienenstöcke
Einst wurden in Slowenien die Bienen in kleinen Bretterstöcken, den sogenanntenKrainer Stöcken gehalten. Wegen ihrer geringen Größe regten sie die Bienen zumSchwärmen an, was angesichts der guten Buchweizentracht im Spätsommer sinn-voll war. Bis vor kurzem wurden nämlich abgeerntete Felder mit Buchweizen einge-sät, der um den Großfrauentag große Mengen an Honig und Pollen lieferte. Die Bie-nen schwärmten im Frühjahr sehr stark und waren dann bis zur Buchweizentrachtgerade wieder stark genug, um ihre Waben gut füllen zu können. Die Bienenhalterschwefelten dann nach dem Kleinfrauentag die Stöcke ein und öffneten sie. Fürdas nächste Jahr wurde immer nur eine bestimmte Zahl der besten Familien belas-sen. Diese Art der Bienenhaltung hatte den Krainischen Bienentyp zur Folge.