Venedig in serbischer Sprache erschienen waren. Gerade dieser VićentijeRakić hatte ja auch sonst eine Reihe von religiösen und moral- pädago-gischen Schriften verfaßt. Er hatte in Prosa und in Versen( übrigens imdeseterac, dem„ Zehnsilbler", also dem Versmaß der serbischen Helden-epik!) Dichtungen“ über Gestalten und Ereignisse der alttestament-lichen wie der christlichen, zumal der serbischen Kirchengeschichte her-auszubringen gewußt. Er muß unbedingt auch in der Frage nach derEntstehung, der Rezeption, mit ihr der„, Wirkung" der„ Volksbücher"im Legendenwissen von damals und von heute einen besonderen Platzerhalten. Von ihm stammen ja auch Volksbücher über„ ,, Alexius, denGottesmann", über den„ Gerechten( ägyptischen) Joseph", über den,, Fall Jerusalems" usw. Die Legenden der Heiligen nehmen in seinenSchriften breiten Raum ein. So erscheint es wichtig, zu betonen, daßer sich bereits vor Vuk Stefanović Karadžić( 1787-1864), dem genialenErforscher der serbischen Volksdichtung und Freunde Jacob Grimmsmit besonderer Sorgfalt der„ Volkssprache" zugewendet hatte. Deutlichläßt er dies auch in seinem„ Illyrisch(= südslawisch)-italienischen Wör-terbuche"( Besjedovnik iliričesko- italijanski) von Venedig 1810 erken-
nen.
Alle diese Kleinschriften und„ Volksbuch"-Drucke( als solche warensie gedacht, sollten so denn auch wirken) hatten zwar eine gewisse Ver-breitung auch„ im Volke“, zumal unter den durchwegs aus ,, demVolke" kommenden Popen erlangt. Doch sind sie- völlig gleichlaufendmit den Verhältnissen diesbezüglich in Mitteleuropa!- kaum je zu ihrerZeit gesammelt worden. Sie sind auch als( zumeist) Venezianer Druckeselbst in Venedig nicht vollzählig vorhanden. So manche von ihnensucht man mit mehr Erfolg in der Nationalbibliothek zu Wien, inAgram/ Zagreb, in Budapest, Belgrad und Moskau als in der sonst soreichen Biblioteca Marciana zu Venedig 14.
Es wird sich aus den vorerst noch nicht ausreichend vorhandenen Vor-studien mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben, daß in jenen Agapios-Landos- Sammlungen und bei seinen slawischen wie manchmal auch beiseinen rumänischen„ Übersetzern" 15 schon jene Aufschwellungen vor-gegeben sind, die wie ebenfalls sehr gerne auf den Fresken und auf
14 Vgl. als eine sehr bedeutende bibliographische Leistung:
W. Schmitz, Südslawischer Buchdruck in Venedig( 16. bis 18. Jh.). Unter-suchungen und Bibliographie.( Marburger Abhandlungen zur Geschichte undKultur Osteuropas, hrsg. v. H.-B. Harder- P. Scheibert, Bd. 15),Gießen 1977.
15 Vgl. A. Rosetti
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M. Pop J. Pervain, Istoria literaturii ro-mîne. I, Folclorul. Literatura romîna în perioada feudală( 1400-1780). Bu-karest 1964, bes. 511.
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