geritzten Ornamenten( manchmal mit farbiger Wachseinlage): Schachbrettmustern,Rosen, Sternen usw. dekoriert, von den Hirten hergestellt werden, und derselbeAutor führt mit Brandmarken geschmückte Schellenbögen auch von den Basken an,a. a. O., Bd. XXX, N. F. II, S. 188. Mannigfaltiger noch sind die im Nonsberg( Fleims- und Fassatale) verbreiteten Ziegen- und Schafkampen( Tafel 83, Fig. 1-8),die in außerordentlich großerVariation weniger Formelementevon den Hirten geschnitzt wur-den. Sie sind mitunter auch mitfiguralem Reliefschnitzwerk ver-ziert und polychromiert( Tafel 83,Fig. 6). Verwandte Arbeiten sinddie Kummetaufsätze desFleimstales( Fig. 9, 12), die wiedie meisten Holzschnitzwerkedieses Gebietes als Spinnrocken,Strickhölzer, Webeschiffchen,Bildrahmen, Tabakpfeifen außerreichstem Schnitzwerk fast regel-mäßig auch Polychromierungaufweisen.
Fig. 54( a- c). Strickholz und Spinnstabaufsätze aus demFleimstale und Nordböhmen.
Vielleicht das verbreitetste,altertümlichste und volkskunst-lerisch interessanteste Gerät un-ter den Utensilien der ländlichenWirtschaft sind die Spinnrockender Frauen und Mädchen, diesebeliebtesten Minnegaben,welche überall besonderer Fleißund Kunstsinn der Männerhandgewendet worden ist.
an
Sie sind, je nachdem sie inVerbindung mit dem Spinnradeoder selbständig auftreten, inmehreren Haupttypen in ganzEuropa verbreitet. Von selb-ständigen Formen treffen wir aufösterreichischem Boden die fol-genden an: 1. Die Ständerformmit Fußgestell; der Spinnstabselbst trägt mitunter im ober-sten Teile eine meist durch-
brochen geschnitzte Querspreize zur Befestigung des Wockens; gewöhnlich inKerbschnitt reich verziert und mitunter bemalt. Alle mir bekanntgewordenen Stückedieser Art stammen aus dem oberösterreichischen Mühlviertel. 2. Die Werggabelmit vier welligen Zinken in Südtirol. 3. Die osteuropäische Form mit horizontalerFußleiste, von den Walachen Mährens und den Goralen Ostschlesiens angefangen,unter den polnischen Podhalern, den Bojken, Huzulen und überhaupt den Ruthenen
138