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Beilage IX.
Hafnerordnung des Erzbischofs Johann Jakob von Khuen- Belasy für Salzburgddo. 23. August 1578.
Wir Johann Jacob von Gottes genaden Erzbiẞhouv Zu Salzburg Legat des Stuels zu Rom. Be-kennen wir für vuns vnnd vnnser Nach Comen am Erzstifft Nachdem vnns vnnsere gethreue N. ge-maingelich das Handtwerck der Hafner allhir In vnnser Haubtstatt Salzburg Vnndertheniger, sich Zuerkhennen geben, wie Sy biß Herr vnnder Inen Chain bestatte Ordnung gehabt dardurch sich allerlayIrrungn mißverstandt vnnd widerwerttigkait Zu abbruch der Ehr Gottes vnnd Irer Narung im Hands-werck Zuegetragen hetten. Damit aber die Ehr Gottes befürdert auch soliches Ir Handtwerk beygueten gebreuchn vnnd Sazungen in sittlichem Vnnd fridlichem weßen vnnd guetter ainigung erhalten,auch der gemain Mann mit der notdurfft durch Sy dessen Paß verstehen werde, So haben Sy vnnsin vnderthenigster gehorsam gebetten das wir als Regierunder Herr vnnd Lanndtsfürst Inen nach-volgunds Ordnung genediglich Zu geben Zu Confirmieren vnd Zubestatten mit gnaden geruethenWelche Ordnung von wort Zu wortt lauth wie Hernach volget.
Vermerckht aines Handtwercks der Hafner allhie zu Salzburg furgenommene Ordnung.Erstlichen Sollen vnnd wollen wir vnndter vnns selbs khainerlay Zwanng noch Jurisdictionhaben Sonnder vnnsers Genedigisten Fürsten vnnd Herrn von Salzburg Stattrichter, Burgermaisterund Rathe allhir in namen Irer hochfürstl. gd. für vnnßer nachgesetzter vnnd ordentlichn Obrigkaithaben vnnd sollen auch von Jung zu aller Zeit wie die Krüff, Zuefäll vnnd notdurfften das ervordernwerden. Vber das ẞhien Innen nit begriffen ist maẞ vund Ordnung nenern vnnd in allen gebotten vndVerbotten alln schuldigen gehorsamb willignlich vnnd vngewaigert laisten.
Zum Andern Sollen die Maister vnẞers Handtwerchs mit vorwissen vund bewilligung des HerrnStattshalters vund Burgermaisters Järlich an dem Quatember Sontag Zu den Wainachten bey straffeines Pfundt wax auf der Herberg all Zusamen khomen vnnd allda einhellignlich ainen annder Zechvnnd Zwen gschworenen Maister auf wollgefallen eines ersteren Staatrates erwöllen einen ErsterenStaatrath Unsern günstigen Herrn fürbringen, die mügen alẞdann denselbn od anndere auß dem Hands-werch nach Irem wollgefallen fürnemen vnnd bestätten Vnnd welche nachmals Iren Pesth vund Hch:gefallen dieselbn in vermeldtem Rath vnßern günstigen Herrn angloben, das Sy vnẞer Bruederschaftthreulich wollen vorsten, derselbn auch nach Irem besten Verstanndt vnd vermügn threulich be-fürdern Vnnd schaden wennden, auch Handswerchsgewonheit vnnd gebrauch und dise vnnẞer Ord-nung, souil an Inen gelegen in allen Urtels vnnd Punctis alles müglichisten vleiß Hanndthaben Sonder-lich sollen auch jetzt gedachter neuerwahltr Zech u. geschwornn maister Vermügn Vnnd Innhalt derStaatlichen Pollicay kaynerlay versamblung noch Zusamengang machen gestatten noch darzue anstoßgeben noch auch ohne des Richters Burgermaisters vnnd Raths bewilligung und den AbgeordnetenBeysein(?) fürnemen Sonndern sich in dem Vnnd anndern Jederzeit der berüerten Stattlichen Polliceygennzlich gemäß halten.
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Zum Dritten Solle Jarlichen Got dem Allmächtig Zu lob vnnd ehr alweg auf Sandt SebastianTage bey dem Bruederhauß in Sanct Sebastians Khirchen ain Ambt aus vnnßer zech vnnd Brueder-schafft gehalten vnnd geßungen werden darbey sollen Maister vnd Maisterin sambt den Khnechten mit
* Spätere Einschiebung.
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