VORWORT.
ieses Buch ist der erste Versuch einer Geschichte der Hafnerkeramik in den LändernÖsterreich ob der Enns und Salzburg während der Renaissanceepoche.
Bei dem Umstande, als über die Beteiligung dieser Alpenländer an der fürSüddeutschland so charakteristischen Gefäß- und Ofengruppe bisher bloß Ver-mutungen bestanden und die vorhandene Fachliteratur nur Salzburg, Vöcklabruckund Gmunden als möglicherweise in Betracht kommende Fabrikationsstätten nennt,war der Verfasser lediglich auf das angewiesen, was er im Laufe der letzten zehn Jahre über diesesThema sammeln konnte.
Die Beziehungen zur Nürnberger Hafnerkeramik forderten die Lösung von zwei schwebendenFragen. Jene der sogenannten Hirschvogelkrüge glaubt der Verfasser bereits in« Kunst und Kunst-handwerk», Jahrgang VII, Seite 486-495, und Jahrgang VIII, Seite 134-142, endgültig entschieden zuhaben, indem er die bisher nach dem Künstler Hirschvogel bezeichnete Gefäßtype nunmehr der Nürn-berger Hafnerfamilie Preuning zugelegt hat. Die zweite Frage betrifft die Nürnberger Hafner HansNickel und Oswald Reinhart, denen jedenfalls künstlerische Arbeiten angehören, sowie die Provenienzder in wenigen Sammlungen vorhandenen bunten Hafnergeschirre mit Porträtmedaillons oder aufge-legten Akanthusblättern auf durch Sandanwurf gekörntem Grund. Diese Arbeiten aus der Zeit von1525 bis 1535 sind die schönsten Erzeugnisse deutscher Hafnerkeramik der Frührenaissance. Nähereshierüber findet der Leser im Abschnitt über Wels.
Wenig Material aus städtischen und privaten Archiven sowie aus Zunftladen stand zur Verfügung.Ein Bild der in Oberösterreich und Salzburg erzeugten Hafnergeschirre hat der Verfasser durch Fest-halten der Fundstellen gewonnen. Beim seltenen Vorkommen von Töpfermarken und-Monogrammenauf keramischen Arbeiten mußte auf die Fundstelle als den einzigen Anknüpfungspunkt einiger Wertgelegt werden. Das in solcher Weise gewonnene Bild ergänzte sich durch Scherbenfunde sowie durchFesthalten der ursprünglichen Standorte der noch dem Lande erhaltenen Öfen.
Viel Aufmerksamkeit wurde dem Nachweis der in der Zeit von 1500 bis 1650 in den Städten undgrößeren Märkten tätig gewesenen Hafner gewidmet. Vorgefundene Siegel der Meister sind abgebildet.Die Zeichnungen für die Klischees führte das Atelier des Hofwappenmalers kais. Rath Krahl nachden Originalen aus.
Auf die Quelle wurde im Texte nur dann verwiesen, wenn es im Interesse weiterer Forschungenzweckdienlich schien.
Die Abbildungen zeigen untereinander nicht das gleiche Größenverhältnis zum Original. DieGrößen sind aus der Bestimmung der Gefäße( Vorratsgefäß, Schenkkrug, Trinkkrug, Becher etc.) zuentnehmen. Wo die Größe eines Stückes von der Regel abweicht, ist dies im Texte ausdrücklich