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Bunte Hafnerkeramik der Renaissance in den österreichischen Ländern Österreich ob der Enns und Salzburg : bei besonderer Berücksichtigung ihrer Beziehungen zu den gleichzeitigen Arbeiten der Nürnberger Hafner
Entstehung
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Beilage I.

Hafnerordnung für die Stadt Steyr vom Jahre 1485, neu aufgelegt 1628.

Wir Friderich von Gottes Genaden Römischer Kayser zu Allen Zeitten Merer des Reichs zuHungern Dalmacien croacien Kunig, Herrzo zu Ossterreich, zu Steyr, zu Khernndten, vnd zu Crain,Graw zu Tirol etc. In Außgehundter khaiserlichen Freyheitten Im Aintaussent Vierhundter vnd Fünff-undt Achzigisten, Jars, Ihm Aintaussent Sechßhundter vnd Achtundtzwainzigisten Jars, Ist die Auff-legung widterumb, gehöbt wordten.

Artickhẞ Prieff des Löblichen Handtwerch der Haffner Aehre, zu Steyr,wie von Wordt zu Wordt Lauttet.

1. Erstlich Sollen die Maister und gesellen, an den Fronnleichnambstag, mit der protcession alhiezu Steir sich fein fleißig Einstellen vnd welcher aus Ableßigkeit dißes versämbnis wurdte, der soll demHanndtwerch in der Straff sein, ain Pffundt wachs.

2. Haben die Khnecht diẞes recht, daß sie Vierzehentag vor Johanne patista vnnd Achttag dar-nach sein freyen willen Einen Maister Ein Zustehen der in befüerdert.

3. Es hat auch ein Khnecht der alhieher Khombt, auf der gewennlichen Herberg Einziehet, vnndnach dem Altknecht zu Schickhen, so hat der frembte Khnecht zu verzören fünff Khreyzer.

4. Wann ein Khnecht alhie herkombt so Soll er dem obgesezten Maister in Arbeit Einstehen,

welcher aber nit Einstehen würdte, der solle vierzehen tag auß der Statt ziehen.

5. Wann ein Khnecht bey Einem Maister vierzehen tag arbeit, vnd der Maister khein Lust zumKhnecht hat, vnd der Khnecht zu dem Maister, so soll Er dem Maister Einstehen wan Er Arbeittbegert, der druntter geschriben Ist.

6. So soll Ein Khnecht wan die vierzehen tag auß sein, sich bey der Ladt Einschreiben vnd indie Pichẞen geben vierzehen Pfening vnnd alle Sonntag sein Pfening Erlegen welcher wurder davuonziehen, vnnd sein Pfening nit vnnder Ihm Laßen, dem soll nachgeschriben wertten.

7. Vnnd welcher Khnecht vmb 12 Vhr nit bey dem Hanndtwerch Ist, oder aber die Stundt ver-sämbt, ohnne Erlaubnuß der soll dem Handtwerch in der Straff sein zehen Pfundt Wachs.

8. So hat ein Khnecht von Einem Briennen Offen zu sözen, Zwenunddreyßig Pfening vnnd vonEinem Schwarzen Offen Sechzehn Pfening, vnd von dem flückhen von dem guldten wertt zwenund-dreißig Pfening vnnd der Khnecht soll Es Einbringen.

9. Es soll auch wedter Khnecht noch Junger wann daß Hanndtwerch bej Einander ist, Kheinersich vngebüerlich haltten, welcher dißes nit halt, der ist einem Handtwerch in der Straff... AinPfundt wachs.

10. Wan ein Khnecht oder Junger für Ein Maister geht, so soll er denn Huett ruckhen vnnd demMaister die Er geben.

11. Wann ein Junger für einen Khnecht gehet so soll Er Ihm auch die Ehr Beweißen, wann Eraber Solches nit tuet, so ist dem Hanndtwerch zur straff verfallen.

12. So soll Ein Junger Khnecht sich gegen Einem alten Khnecht, wie gebürlich haltten. Dochin gleicher sachen, waß sich gebürtt. wo Er solches nicht tuen wurte ist Er ain Handtwerckh vmb ainhalb Pffundt wachs in dstraf.