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Bunte Hafnerkeramik der Renaissance in den österreichischen Ländern Österreich ob der Enns und Salzburg : bei besonderer Berücksichtigung ihrer Beziehungen zu den gleichzeitigen Arbeiten der Nürnberger Hafner
Entstehung
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Kammerpaur Benedikt III. Als Sohn des Benedikt II. erbt er 1608 das Hafnerhaus der Traun-dorfgasse. Er starb 1657.

Khlausner Georg. Er erscheint wiederholt, unter anderem 1613, mit Gmundener Ware auf demKremsmünsterer Häfenmarkte.

Theybing Georg. 1612 bereits erwähnt, in welchem Jahre er wohl schon, jedenfalls aber 1618die Werkstätte in der Vorstadt Traundorf Nr. 50 leitete. Er starb 1646.

Hafner Hans. Meister unter der Herrschaft Gschwendt( heute Gschwandt, somit in der Näheder Oberweißer Tonlager). Erwähnt 1614.

Zwischlperger Christoph, um 1632. Seine Werkstätte stand in der Kueferzeil( heute Espla-nade Nr. 1).

Püchler Stephan, Sohn des Konrad Püchler, besaß das Hafnerhaus und die Klettmühle an derTraun. Erwähnt 1640.

Teibinger Wolf, Sohn des Georg Theybing( Tei-binger), übernahm nach dem Tode des Vaters 1646 dasHafnerhaus in der Vorstadt Traundorf und starb 1667.Seine Witwe Barbara leitete hierauf die Werkstätte.

Kammerpaur Elias, vermutlich Sohn des Bene-dikt III., dem er 1657 im Besitze des Hafnerhauses inder Traundorfgasse folgt. Elias starb 1693, nachdem er1683 sein in Wien eingelagertes Geschirr gelegentlichder Türkenbelagerung verloren hatte.

Kagerer Simon, vermutlich schon um 1655 Be-sitzer der Werkstätte in der Pinsdorfgasse 6, des Hafner-hauses an der Traun und der Klettmühle. Im Juli desJahres 1683 werden auch ihm sämtliche in Wien ein-gelagerten Hafnerwaren gelegentlich des türkischen An-griffes auf das rechte Donauufer zerstört. Den Wert derWare schätzte er auf über 600 rheinische Gulden. SeinGewerbe ging, wie es wörtlich heißt,« durch solcheVerwüstung in einen solchen unersetzlichen Ruin ge-stürzet», im Jahre 1686 zugrunde.

Koll Bartholomäus übernimmt 1668 das Hafner-haus Vorstadt Traundorf Nr. 50 von der Witwe BarbaraTeibinger. Er starb 1705.

Der Export erfolgte größtenteils mittels Schiffen dieTraun flußabwärts über Wels bis zur Donau und dannnach Linz oder über Krems nach Wien. Die Meister,welche in solcher Weise ihre Waren absetzten, nannteman« Wasserhafner» und je nach der Farbe ihrer Er-zeugnisse auch« Weiß-, Blau- oder Grünhafner». NachLinz fuhren sie gewöhnlich zu Ostern, nach Krems aufden Simonimarkt und nach Wien zu Johanni.

NRI

Fig. 79. Buntglasierter Wasserbehälter.( sogenannte Wasserblase) mit den Darstellungen desCrucifixus, einer Ohrenbeichte und dem Gastmahldes Reichen.Salzkammergut oder Stadt Wels. Um 1550.Germanisches Museum in Nürnberg.

War die Hafnerzunft in Gmunden bis 1625 der Welser Hafnerordnung unterworfen, so gründetesie in diesem Jahre für sich eine eigene Innung, deren Satzungen in 25 Punkten geregelt wurden. DieseHafnerordnung stimmt so ziemlich mit jener der Stadt Steyr überein. Die alljährliche Zusammenkunftsämtlicher Meister und Gesellen erfolgte am Tage des heil. Propheten Jeremias( 26. Juni). Eine beson-dere, allerdings scheinbar überflüssige Verpflichtung wird den Meistern auferlegt, wenn sie angewiesenwerden,« den nothigen Werkzeug( hier also den Ton) insonderlich zu Häfen, Khacheln und Wasser-krügen wohlgemischt vorrätig zu halten». Die Meisterstücke mußten innerhalb 14 Tagen auf freiemFuße angefertigt werden und waren:« Ain Hafen ain Ellen hoch, ain Essigkrug, darein ein oesterreicherEimer gehet, ain B'schnitkachel, ain enger Khrueg oder Pluzer von ainem Stuckh zu drei Achtering( drei Maß) Wein, ain Weinkrueg zu sechs Achtering, ainen grün geführten Ofen in ain Werchstattsetzen und wieder abbrechen.» Nicht uninteressant sind die für einzelne Arbeiten an die Gesellen aus-bezahlten Löhne. Dr. Ferdinand Krackowizer veröffentlicht in seiner ausführlichen Geschichte überGmunden eine derartige Liste aus dem Jahre 1625. Die Hafnergesellen erhielten für:

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