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Bunte Hafnerkeramik der Renaissance in den österreichischen Ländern Österreich ob der Enns und Salzburg : bei besonderer Berücksichtigung ihrer Beziehungen zu den gleichzeitigen Arbeiten der Nürnberger Hafner
Entstehung
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Jakob von Salzburg seinem Lande gab. Er verfügt( vgl. Beilage IX), daß kein Meister des Landesden Hafnern in Zwispallen Waren käuflich abnehmen dürfe, und verbietet jeden Verkehr mit diesen.Ein Verstoß gegen diese Vorschrift hat neben dervon der Obrigkeit verhängten Strafe noch die Ab-gabe von vier Pfund Wachs und zwei Viertel Weinan die Handwerkskasse zur Folge.

Der Ton wurde aus Frein, Riegl, Redleitenund Schweinegg, sämtlich im Umkreise von Fran-kenburg gelegen, bezogen. Die Lager der beidenletzteren Orte lieferten ein dunkelgraues, jene vonFrein und Riegl ein gelbliches Material. Heutewerden beide Tongattungen gemischt verwendet,wodurch ein ganz vorzügliches Material für ge-wöhnliches Gebrauchsgeschirr erreicht wird.

Die Tonlager sind von so mächtiger Ausdeh-nung, daß der seinerzeit ausgeübte planlose Ab-bau nur diesem Umstande zuzuschreiben ist. Jedergrub eben, wo er wollte. Wir durchschreiten bei-spielsweise westlich von Frankenburg über Freinhinaus und in der Richtung gegen Ottokönigenganze Waldungen, welche auf Tonlagern stehen.Zahlreiche Tümpel, umsäumt von stämmigen Buchenund Erlen, sind die Plätze, wo die einzelnen Hafnerdas Material den mächtigen Lagern entnommenhaben. Was dort im 16. Jahrhundert erzeugt wurde,ersehen wir teils aus Funden, teils aus der demMarkte von

dem Grafen Christoph Khevenhüller Frantz Christoph Khevenhaller

( Fig. 59) verfaßten Gemeindeordnung( Beilage VIII).Es ist darin von Häfen, Krügen und Bechern,großen und kleinen glasierten Geschirren die Rede.

Gleichzeitig wird auf die bestehenden guten Ton- Fig. 59. Graf Franz Christoph Khevenhüller, Graf au Frankenburg.lager hingewiesen. Öfen werden nicht genannt;

dies läßt vermuten, daß wir es auch hier vornehm-

1389-1630.

lich mit Töpfern zu tun haben. Die Erzeugnisse waren, nach den Funden zu schließen, braun, gelboder grün glasierte Hafnerkrüge. Eine bestimmte Type wurde nicht bevorzugt. Gefunden wurdenweiters einzelne Scherben mit Reliefauflagen, in der Regel Rankenwerk mit einzelnen rohen Buchen-blättern besetzt. Bruchstücke mit dem bereits besprochenen, den Welser Fabrikaten eigentümlichenSandanwurfe beweisen, daß auch diese Technik den Frankenburger Töpfern geläufig war.

Der Bauernkrieg fand am 11. Mai 1625 seine Wiege in Frankenburg, wo sich die reformierteBürger- und Bauernschaft der Einsetzung eines katholischen Geistlichen durch den Oberpfleger Abra-ham Grünpacher widersetzte. Am 15. Mai erfolgte dann das Strafgericht auf dem Haushamerfelde,

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Fig. 60. Siegel des Hafners

Matthäus Spring

in Schmiding. 1589.

welches 17 Unglückliche dem Henker überantwortete. Gelegentlich der Kämpfe,der Belagerung des Schlosses Frankenburg und zahlreicher Brände ging alleszugrunde, was uns die Namen der Meister im Gegenfalle überliefert hätte. Sowissen wir nur, daß ein Meister Mayr Hans aus Vöcklabruck im Jahre 1639auf dem Jahrmarkte in Kremsmünster mit seiner Ware erschienen war, sich1652 mit der Tochter eines Frankenburger Hafnermeisters verehelichte unddamit Eigentümer einer schon damals als« uralt» bezeichneten Hafnerwerkstättein Frankenburg wurde.

Heute stellen in Frankenburg und Umgebung die Familien Stritzinger,Lumpf, Brückl, König, Ebenhoch, Hartinger, Preneis, Mühringer, Straubinger,Wambacher, Zödl, Jank, Freundlinger, Kölblinger, Renetzeder und andere ein odermehrere Mitglieder zu diesem Gewerbe. Von den genannten Familien waren gewißdie Stritzinger, Brückl, Ebenhoch, Wambacher, Zödl und Jank schon im 16., bezw. 17. Jahrh. Besitzer vonHafnereien, denn wir treffen ihre Namen auch an anderen Orten, wo das Gewerbe zu jener Zeit blühte.