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Bunte Hafnerkeramik der Renaissance in den österreichischen Ländern Österreich ob der Enns und Salzburg : bei besonderer Berücksichtigung ihrer Beziehungen zu den gleichzeitigen Arbeiten der Nürnberger Hafner
Entstehung
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Der Ort Herrenschützing, zwischen Lambach und Schwanenstadt gelegen, nennt 1639 den HafnerFelinger Wolf, der wiederholt den Kremsmünsterer Markt mit seiner Ware besuchte.

Schwanenstadt, seit 1490 Markt, seit 1627 Stadt, besaß zwei Hafnerwerkstätten. Sie wurden um1612 von den Meistern Männinger Hans und Peuerbeck Michael( welcher früher in Lambacharbeitete) und um 1638 von den Meistern Männinger Sebastian und Pläz Hans( Plötz) geleitet.

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Fig. 55. Siegel des HafnersWilhelm Kreuzer in Perg.1617.

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Fig. 56. Siegel des HafnersAbraham Zödl

in Waizenkirchen. 1627.

Fig. 57. Siegel des HafnersLeonhard Landl

in Vöcklamarkt. 1589.

Fig. 58. Siegel des HafnersAndreas Guzer

in Vöcklamarkt. 1590.

Über die Grenzen des Landes hinaus äußerte sich das Hafnergewerbe derStädte, Märkte und Dörfer am südlichen Abhange des Hausruckgebirges undim Flußgebiete der Vöckla. Nicht ganz mit Unrecht hat man in Vöcklabruckeine derartige Großindustrie vermutet, wenn auch bisher nur die Gesimskrönungeines Ofens, welche sich im Österreichischen Museum befindet, hierzu Veran-lassung gab. Diese Gesimskrönung wird im Abschnitte VII besprochen. Wirhaben aus den oben angeführten Gründen der Geschichte der Stadt Vöckla-bruck und ihrer Gewerbe bei unseren Nachforschungen besondere Aufmerk-samkeit geliehen und sind hierbei vom Schulinspektor Johann Rauch weitest-gehend unterstützt worden.

Die Endresultate dieser Nachforschungen ergaben, daß die Stadt Vöckla-bruck im 16. Jahrhundert allerdings einige Hafnerwerkstätten besaß und auchwahrscheinlich Kunstware erzeugte. Die Namen der Hafner sind uns leidernicht erhalten. Wichtiger ist dagegen die Stellung der Stadt als Stapel- undHandelsplatz für die Fabrikate der zahlreichen Hafnereien in der Umgebung.In Vöcklabruck war die Hauptniederlage und der Verkaufsplatz für die inVöcklamarkt, Frankenmarkt, Pöndorf, Ampfelwang, Zwischwalden, dem späterenFrankenburg, Wolfsegg, St. Georgen, Ungenach massenhaft erzeugte Ware.

Aus diesem Grunde wohl besaß die Stadt eine vollständige Abschrift derWelser Hafnerordnung vom Jahre 1589( Beilage II). An eine eigene Hafner-zunft in Vöcklabruck läßt sich schwerlich denken, da bei den jährlichen Zu-sammenkünften der oberösterreichischen Hafner Vöcklabrucker nicht erscheinen.Dies erhellt auch aus den der obigen Hafnerordnung bei mehreren Punktenbeigesetzten Randbemerkungen. Einzelne Hafnereien haben jedenfalls damalsbestanden, denn die Vöcklamarkter sprechen in einer Zuschrift vom Jahre 1589an die Linzer Hafner von ihren Werkgenossen in Vöcklabruck. Es handelte sichin diesem Falle wieder um Abstellung der« Khräxentrager und Kharner»,welche Geschirr aus den Werkstätten am Hausruck nach Vöcklamarkt brachtenund hierdurch den Verdienst der Ortshafner schädigten. Die Vöcklabruckernahmen jedoch für die Zwischenhändler Partei, weil die Häfenmärkte ihneneinen schönen Gewinn zukommen ließen.

Um 1590 waren in Vöcklamarkt die beiden Meister Landl Leonhard undGuzer Andreas( Gussner) tätig. Ihre Siegel sind unter Fig. 57 und 58 ab-gebildet.

Die Umgebung des Marktes Wolfsegg lieferte guten Töpferton. Dort sinddie Hafner Wambacher Wolf, Semminger Hans, Plätz( Plötz) Christophund Plötz Abraham um 1630 nachweisbar.

Im Pfarrorte Ungenach weist das Bauernhaus« Hafnergut» sowie das GutUnterhafnern, welches bereits 1505 genannt wird, auf ehemals bestandene Werk-stätten.

Damit nähern wir uns dem im 16. Jahrhundert bedeutendsten Fabrikations-zentrum Oberösterreichs, dem Markte Frankenburg, am Fuße des Göbelsberges,eines Ausläufers des Hausrucks gelegen. Der Ort hieß früher Zwiswalden,Zwischwalden( 1170), später Zwispallen( 1355), endlich Zwiespalten; im Jahre1621 wurde der Name des in der Nähe auf steiler Höhe gelegenen Schlosses Frankenburg auf dennunmehr mit Marktrechten ausgestatteten Ort übertragen.

Aus einem Berichte der Vöcklamarkter Hafner an die Zunft in Steyr entnehmen wir, daß imJahre 1587 in Zwispallen 24 Hafnerwerkstätten bestanden haben. Die Stelle lautet:« Die Zwispalleri-schen Hafner, deren dann ain zimbliche Anzahl und in die 24 seyen.» Einen noch früheren Beleg fürdie alte Industrie bietet der 21. Artikel der Hafnerordnung vom Jahre 1578, welche Erzbischof Johann