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Bunte Hafnerkeramik der Renaissance in den österreichischen Ländern Österreich ob der Enns und Salzburg : bei besonderer Berücksichtigung ihrer Beziehungen zu den gleichzeitigen Arbeiten der Nürnberger Hafner
Entstehung
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Demgemäß werden auch dem Produktionsgebiete des Steyrer Geschirres mit der eingeschnittenenOrnamentierung weitere Grenzen zu ziehen sein; südlich bis nach Steiermark hinein, nördlich vielleichtbis über Linz hinaus. Möglicherweise ist sogar ein Zusammenhang mit der gleichen Technik inSchlesien über Böhmen zu suchen. Strenger scheidet sich nach Osten die Welser Gefäßgruppe mitdem körnigen Sandanwurfe. Sie findet wahrscheinlich die Grenze ihrer Produktion in Enns; nachWesten dagegen tritt sie im Salzburgischen und in Bayern auf, wo sie in Nürn-berg ihre eigentliche Heimat hat. In Frankenburg hat der Verfasser bei Aus-grabungen dieselbe Type nachgewiesen; somit dürften auch die großen Hafner-zentren am Hausruck, also Ampfelwang, Haag, Ried, Frankenburg und Mattig-hofen daran beteiligt gewesen sein.

Fig. 47. Siegel des HafnersSigmund Schauinslandtin Linz. 1582.

Im Norden der Donau scheint nur kunstloses Geschirr gefertigt worden zusein, wenn auch jenes von Hafnerzell durch die vorzügliche Qualität des Tonesbesonders gesucht war. So erübrigt uns nur noch eine kurze Besprechung dergrößeren Hafnerbezirke und die Namhaftmachung ihrer Meister.

Das Hafnergewerbe in Linz nahm im 16. Jahrhundert nicht jenen Rangein, der dieser Stadt erst später als Hauptstadt des Landes zukam. Wir habengehört, daß die Vereinigungen der Gewerbsgenossen der sieben landesfürstlichenStädte Oberösterreichs: Steyr, Wels, Enns, Linz, Gmunden, Freistadt undVöcklabruck stets in Steyr stattgefunden haben und Linz sich auch bei diesenZusammenkünften der Hafner auffallend schwach beteiligte. So erscheinen beieiner Vereinigung im Jahre 1613 sämtliche Meister aus Steyr, Wels, Efferdingund Enns, während aus Linz nur einer daran teilnimmt. Erst am Ausgangedes 16. Jahrhunderts werden Versuche gemacht, den Schwerpunkt des oberöster-reichischen Hafnergewerbes nach der Hauptstadt Linz zu verlegen. Im Früh-Fig. 48. Siegel des Hafners jahre 1589 fordern die Linzer Hafner ihre Gewerbsgenossen auf, sich am 30. JuliPaul Zilpolz in Linz.

1585.

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Fig. 49. Siegel des HafnersWolf Weinzierl in Linz.

1599.

Fig. 50. Siegel des HafnersLeonhard Strengstorfferin Ebelsberg. 1582.

desselben Jahres in der Hauptstadt zu vereinigen, mit der Motivierung, daß< ihnen an den Sachen aller Meister gelegen» und billigerweise die Zusammen-künfte in der Hauptstadt erfolgen müßten. Die Veranlassung zu diesem Rund-schreiben gab der Zechmeister der Hafnerinnung in Linz, Paul Zilpolz. Am27. November 1628 erläßt der Landeshauptmann Adam Graf Herberstorff einstrenges Verbot gegen die Hausierer( Beilage VII).

Nachstehende Meister sind in Linz nachweisbar:

Schauinslandt Siegmund, als Meister zuerst 1582 erwähnt, 1589 ist erder zweitangesehenste Hafner der Stadt.( Sein Siegel in Fig. 47-)

Zilpolz Paul( Zellpolz, Zilbolz), 1582 Meister, 1589 Zechmeister der Zunft.Er ist der Schöpfer des schönen Renaissanceofens im Wiener Landhause( vgl.Abschnitt VII).( Sein Siegel in Fig. 48.)

Schauinsland Wolf( Schauinslandt), 1588 Meister. Jüngerer Bruder desSiegmund Schauinslandt.

Enngl Hans, Meister 1603.

Weinzierl Wolf( Weintzirrl), bereits 1599 erwähnt. Er erscheint auf jedemJahrmarkte in Kremsmünster, wo er seine Ware absetzt. Ist 1613 noch nach-weisbar.( Sein Siegel in Fig. 49.)

Intensiver als in Linz war das Hafnergewerbe in Ebelsberg, einem Marktesüdlich von Linz und jenseits der Traun gelegen. Am Fuße des Schloßbergeslagen zahlreiche Hafnerwerkstätten. Der Markt ging 1809 in Flammen auf. DieMeister Stephan Atzlperger( Atzlesberger) und Leonhard Strengstorffer( Strenstorffer, Strembstorff) haben in den Jahren 1580-1599 viel Ware nachLinz und ins Ebelsberger Bürgerspital, welches urkundlich zuerst 1591 genanntwird, geliefert. Die heutigen Ortsnummern 37 und 42 waren im 16. Jahrhundert Hafnerhäuser. InFig. 50 und 51 sind Abdrücke der Siegel Strengstorffers abgebildet.

In der Stadt Steyregg arbeitete um 1613 der Hafnermeister Peter Wilmperger( Wimberger).Der alte, mit besonderen Handelsbegünstigungen und eigenem Stapelrechte ausgestattete MarktMauthausen war ein wichtiger Punkt im Handelsverkehre auf der Donau, sowie im Warendurchzugenach Böhmen. Reiche Tonlager in nächster Nähe des Marktes ließen zahlreiche Hafnerwerkstätten