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Bunte Hafnerkeramik der Renaissance in den österreichischen Ländern Österreich ob der Enns und Salzburg : bei besonderer Berücksichtigung ihrer Beziehungen zu den gleichzeitigen Arbeiten der Nürnberger Hafner
Entstehung
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In der Reihe der Meister folgt nun mit Übergehung eines Zeitraumes von 30 Jahren, für welchenuns die Belege fehlen:

Windtermayr Michael; ein Sohn des Peter Windtermayr.( Fig. 11.) Er wurde 1588 Meister,bekleidete in den Jahren 1596, 1599, 1609 und 1610 das Amt des Zechmeisters und starb 1612. Seineersten Knechte waren Kaspar Eggmayr und Hans Egger aus Regensburg. Nach dem Tode Windter-

Michael Windtermayr

in Steyr. 1599.

mayrs führte seine Witwe das Geschäft fort und wurde ihr gestattet, Ware inLosenstein feilzuhalten, während den beiden Meistern Hans Funckh und LorenzGruber der Verkauf eigener Erzeugnisse in Steinbach a. d. Steyr vorbehalten blieb.Weinzierl Christoff, 1588 Meister. Älterer Bruder des Wolf Weinzierl( Weintzierl, Weinzirtl), welcher im Jahre 1599 als Meister in Linz auftritt.Flößpichl Thomas, 1573 Meister.

Grueber Leupolt( Gruber), 1583 Meister, 1611 verstorben. Er wurde alsMeister wiederholt vom Handwerk gestraft.

Grueber Lorenz, Bruder des Vorgenannten. Er wurde 1587 Meister undFig. 11. Siegel des Hafners scheint sehr tätig gewesen zu sein. Wir finden ihn etwa 16 mal erwähnt. 1613wird er als« fürnember Haffnermaister» bezeichnet, 1621 ist er Zechmeister derZunft, bleibt jedoch der Zunftlade das Geld schuldig, was in dieser mit den Wortenvorgemerkt wurde:« Im 1620. Jar ist Lorenz Grueber auf Leggeld schuldig an ein ehrsames Hantwerchzwei Jar lang und auf das 1621. Jar wirds drei Jar lang.>

Wir möchten die Zeit, in welcher die fünf Vorgenannten die fünf Meisterstellen der Zunft besetzthielten, als die Blütezeit des Hafnerhandwerks in Steyr bezeichnen. Wir erfahren aus einem imJahre 1588 gelegentlich einer allgemeinen Zusammenkunft aufgenommenen Protokolle, daß die Hafnervon Steyr an erster Stelle rangieren; ihnen folgen jene von Linz, dann von Wels, von Enns, Haag inNiederösterreich, schließlich jene von Lambach, Mauthausen, Strengberg und Ebelsberg. Im gleichenJahre bittet die landesfürstliche Stadt Freistadt den Bürgermeister von Stey um eine Abschrift derdortigen Handwerksordnung, weil bei ihnen« allerlai unordnung, Misshandluffg und Verwierrung imHandtwerch in merer weis eingerissen». Nachdem sich die Hafnerinnung in Steyr nicht sofort überdie Abschrift hermacht, folgt im Jahre 1589 ein neuerliches Bittschreiben mit der Begründung, daß sie« schwörlich von andern Werckhgenossen ain so ordentlich Zunfft- Innung und Hantwerchs- ordnunggueter Manzucht halber und Erbauung gedachts Ihres Hanntwerchs erlanngen möchten». Die Frei-städter gehen übrigens noch weiter und bitten, man wolle ihnen auch jede spätere Ergänzung oderÄnderung in der Handwerksordnung jeweilig unverzüglich mitteilen, wofür sie gerne Bezahlung

leisten.

In diese Zeit fällt ein Streit der Hafner von Steyr mit einem Handwerksgenossen in Kremsmünster,worüber ausführlich im nächsten Abschnitte zu berichten sein wird.

Viel Aufregung verursacht die Frage der Kraxentrager und Kärrner, der teils mit eigener, teilsmit fremder Hafnerware hausierenden Leute. Steyr entschließt sich 1588 dahin, daß jeder die Stadtbesuchende< Höffentrager» eine schriftliche spezielle Erlaubnis,« einen Hafnerzettel» vorzuzeigen habe.War er nicht in der Lage, sich mit einem solchen auszuweisen, so wurde ein Teil seiner Ware zer-trümmert oder, wie die Originalschilderung lautet,« ain Stain in's Gschier geworffen und in die Schärbengeschlagen». Dieses Amt eines Vandalen fiel in der Regel einem der drei ältesten Meister zu. ImJahre 1614 erfolgt ein Verbot der Steyrer Zunft, daß kein Hafner der Stadt einem« KhräxentragerGeschirr abkaufe, und im Jahre 1628 erläßt Adam Graf von Herberstorff, Landeshauptmann in Öster-reich ob der Enns, ein neuerliches strenges Verbot des Hausierens mit Häfen und Krügen, wodurch<< den Handtwerchsleithen auch anderen ehrlichen Maistern und Werckstötten das Prot gleichsamb vordem Maull abgeschniten wierdet».

Die weitere Reihe der Hafnermeister in Steyr lautet:Praunstein Leupoldt, 1593 Meister.

Vischer Jakob, 1593 und 1603 erwähnt.

Pausch Hans, der Stiefenkel des Michael Windtermayr, bei dem er sich 1593 auf drei Jahreverdingt, jedoch bereits im Jänner 1595 freigesprochen wird.

Scheuchenstuel Andre, war in den Jahren 1603 und 1604 Zechmeister der Zunft, scheint aberschon vor dem Jahre 1583 Meister geworden zu sein. Mit ihm müssen wir uns näher beschäftigen,denn er war am Ausgange des 16. Jahrhunderts jedenfalls der bedeutendste Hafner, wie ihn ja auchseine Handwerksgenossen als« fürnembster Maister in Steyr» bezeichneten.