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Bunte Hafnerkeramik der Renaissance in den österreichischen Ländern Österreich ob der Enns und Salzburg : bei besonderer Berücksichtigung ihrer Beziehungen zu den gleichzeitigen Arbeiten der Nürnberger Hafner
Entstehung
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Hintern Feuer ausspeyendes gehorntes aufsteigendes Panther- Thier, als das Stammen- Wapen deren vonden alten Margrafen von Steyr abstammenden Herren von Losenstain zu sehen gewesen. In denanderten und dritten rothen Feld ist ein nach Schrög durch die Mitte abgetheilter aufsteigender Löwzu sehen, also dass dessen oberer Theil Gelb, der untere aber Blau gewesen, welchen Schild sie Herrenvon Losenstain, wegen der vorhin ihnen gehabten Herrschafft Schallaburg geführet.>

Die Wappenfarben sehen wir auf dem Gefäße genau wiedergegeben; nur die roten Felder wurden

in Ermanglung roter Glasur, die nicht herstellbar war, braun ausgeführt.

Das zweite Wappen:« Zwei schwarze Hollkrähen mit ihren rothen Käpelein auf dem Kopff aneinem Holtz- farben gestimbleten mit seinen noch anhängenden Würtzlen nach der Längs in mittel desSchild's Aufrecht stehenden Holz- Stock beiderseits anklebend

und das alte auf den Nahmen abzielende Graf VolkräischeStammen- Wapen vorstellend und haben vor alten Zeiten dieHerren von Volkrä sich unterweilen auch nur einer in mitteldes Schild stehenden dererlay Holkräh bedienet.»( Fig. 10.)

Diese Wappen werden durch zwei weiße Vertikalbänder,deren Umrisse in den Ton eingeschnitten sind, von einandergetrennt und auch der flache, mit einem Knopfe gekrönteDeckel, welcher im Schachbrette braun und gelb gemustertist, zeigt das für die Steyrer Hafnerwaren charakteristischeVerfahren.

Suchen wir eine Allianz der Familie Losenstein, welcheihre Abstammung auf die Markgrafen in Steyr zurückführtund seit dem 14. Jahrhundert in der Stadt, beziehungsweisenächsten Umgebung ansässig war, mit einem Mitgliede derFamilie Volikrahen, späteren Grafen von Volkrä, so stoßenwir auf Otto Heinrich Herrn von Losenstein und Susannageborene Volkrä. Hoheneck klärt uns des Näheren über beidePersönlichkeiten auf:« Herr Otto Hainrich Herr von Losenstainder sibende und letzte Sohn des Herrn Dietmayr von Losen-stain( 1529 an der Vertheidigung Wiens beteiligt) und seinerersten Gemahel Frauen Martha Herrin von Liechtenstain waranno 1594 nach Zeugnuss der Annales der Stadt Steyr bey dendamahlen besorgenden Türken- Einfall Viertl- Hauptmann imTraun- Viert und hatte mit seiner Gemahel Frauen Susannageborenen Volkrähin( des Joachim von Volkräh zu Steina-prunn auf Leiben und Weideneck und der Frau Anna ge-borenen Herrin von Läppitz Tochter) Wittwe nach Alexandervon Zintzendorf, keine Kinder.» Wir wissen noch, daß Susannavon Losenstein, im Jahre 1613 verstorben, in der Losenstein-schen Gruft zu Garsten beigesetzt wurde. Wann die Ver-mählung Otto Losensteins mit Susanna stattfand, ist uns un-bekannt. Am 6. Februar 1569 hatte sie sich das erste Malverheiratet. Ihr Gemahl Alexander von Zinzendorf scheintbald darauf gestorben zu sein, so daß wir ihre zweite Ver-mählung etwa 1575 ansetzen können. Otto Losenstein starbam 9. September 1594.

Fig. 10. Tonbüchse mit dem Wappen der SusannaGräfin Volkräh. Steyr um 1575. Sammlung Figdor.( Vgl. Tafel II.)

Die Bestimmung dieses Gefäßes war wohl die zur Aufbewahrung des Theriaks, eines Gegengiftesgegen Tiergifte. Als Komposition von etwa 60 Arzneimitteln, von welchen der größere Teil unwirksamwar, der kleinere untereinander entgegengesetzt wirkte, wurde das Theriak hauptsächlich von den Apo-thekern Venedigs unter großen Feierlichkeiten bereitet und als Mittel gegen Verwundungen und gegenPest für teures Geld nach Österreich und Frankreich ausgeführt. Derartige Büchsen mögen nun imPestjahre 1575, als die Epidemie in Steyr so furchtbar wütete, daß als dringende Ergänzung des altenGottesackers beim Bruderhause ein neues« Schlaff- Haus» geschaffen werden mußte, in größerer Mengeangefertigt worden sein. Das Entstehen des Losensteingefäßes fällt auch in die genannte Zeit, da wires zwischen 1573 und 1580 setzen müssen.