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schwarzen Ofen, für deren Setzen dem Knechte 32, beziehungsweise 16 Pfennige gebühren. Für dieReparatur eines Ofens erhält er 32 Pfennige pro Wertgulden.
Genaueres erfahren wir aus einer späteren, für die sieben landesfürstlichen Städte Oberösterreichs,also Steyr, Wels, Enns, Linz, Freistadt, Vöcklabruck und Gmunden geltenden Hafnerordnung vomJahre 1651, welcher ähnliche Ordnungen vom Jahre 1542 und 1552 zugrunde gelegt wurden.( Beilage III.)Gefordert wurden als Meisterstücke ein Hafen, ein Essigkrug, welcher einenösterreichischen Eimer Wein faßt, ein enger Krug( wohl Krug mit engem Halse),ein zweiter Krug von zwei Maß, ein Wiener Weintegel, schließlich ein gut aus-geführter schwarzer Kachel und ein ganzer Ofen. Für Söhne der Meisterwaren die Bedingungen zur Erreichung der Meisterschaft etwas leichter.
Eine dritte Hafnerordnung vom Jahre 1669( Beilage IV) behält dieselbenMeisterstücke bei. Wir kommen übrigens später auf diese Hafnerordnung nochzurück.
Geben uns die drei vorgenannten Hafnerordnungen, welche wir als Beilagenim Wortlaute anfügen, Kenntnis von den in Steyr geltenden Zunftsatzungenund ihrer weiteren Entwicklung und Ergänzung, so wird dieses Bild noch durchdie Beziehungen zu benachbarten Zünften erweitert und ermöglicht einen ziem-lich vollständigen Blick in das Hafnergewerbe der Stadt. Aus diesem schrift-lichen Verkehre erfahren wir als das Wichtigste, daß die Hafnerzunft in Steyrbis zum Beginne des 17. Jahrhunderts an leitender Stelle stand, daß Linz nachdieser Richtung hin erst spät die Führerschaft übernahm. Die wichtigsten Ver-einbarungen österreichischer Hafner wurden in Steyr gelegentlich regelmäßigwiederkehrender Zusammenkünfte getroffen und die Steyrer Meister wußten stetszugunsten ihres Gewerbes zu entscheiden.
Die Hafner Steyrs gehörten seit dem 15. Jahrhundert der St. Jakobsbruder-schaft an und zählte die Zunft bereits 1544 fünf Meister:
Stockher Wolfgang( in einer Urkunde auch Wolfgang Stockpor ge-nannt) 1555 Zechmeister der Zunft. In der Wayhamer Pfarre gebürtig, kam er1535 als Hafnerknecht aus Wels, wo er bei dem Meister Hans Stadler dasHandwerk gelernt hatte, nach Steyr. Sein Lehrbrief dürfte als Muster solcherBegleitschreiben interessieren( Beilage V). Die Familie Stockher ist bis heutemit Matthias Stocker, derzeit Hafner in Wels, dem Gewerbe treu geblieben.Wolfgang Stockher zeichnete sich mit dem nebenstehenden Siegel.( Fig. 1.)
Stadler Wolfgang, Meister( 1544).( Fig. 2.)
Loindl Jörig. Nachweisbar von 1544 bis 1555.( Fig. 3 und 4.) Im Jahre1544, möglicherweise schon früher war er Zechmeister der Zunft. Unter ihmeinigen sich die Hafner Steyrs in Gegenwart des Bürgermeisters, daß keinervon ihnen weder im Winter noch im Sommer über Ave Maria Hafnerwarenbrennen soll; es sei denn« große Ursach» vorhanden.
Fig. 5. Siegel desHafners Florian Gruberin Steyr. 1555.
Fig. 6. Siegeldes HafnersWolfgang Piersackhin Steyr. 1544.
VLP
Fig. 7. Siegel des HafnersWolfgang Piersackhin Steyr. 1555-
Fig. 8. Siegel desHafners Peter Winntermairin Steyr. 1555-
Gruber Florian, Meister( 1544 bis 1555 nachweisbar).( Fig. 5.)Piersackh Wolfgang, Meister( 1544 bis 1555 nachweisbar).( Fig. 6 und 7.)Die Meister Loindl und Piersackh bedienten sich in den Jahren 1544 und 1555verschiedener Siegel, die hinsichtlich der dargestellten Gefäßformen lehrreichsind. In allen Fällen ist es der bauchige enghalsige Krug, wie wir ihn schonals typische Form für die Gefäße unserer Alpenländer kennen gelernt haben.Die Aufstehfläche, der Boden, ist in der Regel kräftig gehalten und der Henkelhoch, oft knapp unter dem Ausgusse ansetzend, den Krughals mit einem Wulstumschließend, was wir besonders betonen wollen, da diese Verbindung zwischenKrug und Henkel für die Krüge der nördlichen Alpenländer bis auf den heutigen Tag bezeichnend ist.Winntermair Peter, Meister( 1555).( Fig. 8.) Er tritt an die Stelle des verstorbenen WolfgangStadler, war ein Sohn des Wolfgang und der Margarete Wintermair und aus Offenhausen gebürtig.Ein mehrere Seiten langer Geburtsbrief, der seine eheliche Geburt, eine der Hauptbedingungen fürden Eintritt in das Handwerk, nachweist, begleitet ihn nach Steyr. Er ist der Stammvater einer ganzenReihe von Meistern gleichen Namens, welche durch nahezu ein Jahrhundert, längere Zeit sogar mitdrei Familienmitgliedern gleichzeitig die Meisterstellen in der städtischen Hafnerzunft innehaben. Sie