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15 + 10 European identities : Österreichisches Museum für Volkskunde ; [21. April bis 4. Juli 2004 ; eine Ausstellung anlässlich des EU-Beitritts zehn neuer Mitgliedsländer am 1. Mai 2004]
Entstehung
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Tschechische 76 Republik

Volkskunst aus Böhmen

Sowohl aus den tschechischen als auch aus den früher deutsch besiedelten Regionen Böhmensund Mährens befinden sich im Österreichischen Museum für Volkskunde reichhaltige Samm-lungen von mehreren tausend Inventarnummern. Das reicht vom nordwestlich gelegenenEgerland über den Böhmerwald bis zu den nordmährischen, von Deutschsprachigen besiedeltenRegionen Schönhengstgau und Kuhländchen und vom Chodenland/ Chodsko über die Hanabis in die mährische Walachei. Die Vielfalt bezieht sich auch auf sämtliche Objektgruppen derklassischen Volkskunst: Trachten und Keramik aus ganz Böhmen und Mähren, herausragenddavon die mährischen Habaner Fayencen, Hausindustrie aus dem Böhmerwald, Weihnachts-krippen aus Nordböhmen, Möbel und Geräte aus Holz und Metall aus allen Gebieten, vondenen wiederum die figural gestalteten Bienenstöcke( Schönhengster Klotzbeuten), die Flug-lochmasken aus der mährischen Walachei und die großen Holzmörser aus dem Kuhländchenauffallen.

Tschechische Wochenbettvorhänge, Kopftücher aus der Pilsner Gegend, Egerländer Ärmel-stickereien, Hannakische Stickkunst, mährische Brauchgestalten, böhmische und mährischeOstereier ergänzen das Bild. Die Inventarnummer 1 der inzwischen auf 79.000 Inventarnummernangewachsenen Sammlung des Museums verzeichnet 1895 eine geprägte Ledertasche aus derGegend um Iglau/ Jihlava. In den sechziger Jahren wurde dies durch den damaligen Museums-direktor Leopold Schmidt miẞbilligend gewissermaßen als Zeichen von Sachunverstandgewertet. Fünfzig Jahre später- mit anderen Blicken gesehen, von anderen, neuen Zugängenzu den Sachen geleitet-, avancierte die mährische Tasche zu einem der Star- Objekte in einerAusstellung unter dem Titel» Dinge zum Tragen<<.

Zur Identitätsstiftung für den deutschsprachigen Bevölkerungsteil im Nordwesten desKönigreichs Böhmen eignete sich die stattliche Möblierung aus dem Wohnhaus standes-bewußter Egerländer Bauern besonders gut. So nimmt es nicht Wunder, daß das WienerMuseum seit 1912 einen prächtig geschnitzten Rundstuhl, dessen Armlehne von-eine ganzeMusikkapelle darstellenden- Säulenfiguren getragen wurde, sein eigen nennen darf. Er stehtals Repräsentant für eine Reihe weiterer Egerländer Möbelstücke der Sammlung, die die hochentwickelte Wohnkultur in diesem Teil der ehemaligen Monarchie belegen.

Literatur

Adolf Mais:

Osteuropäische Volkskunst.

Wien, 1970

Leopold Schmidt:

Alte Volkskunst aus dem Egerland.

Wien, 1977