Slowenien
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Sloweniens ureigene Akropolis
Die slowenische Heuraufe, kozolec, ist eine urtümliche, funktionelle, überdachte Konstruktionzum Trocknen von Korngarben, Klee, Bohnen und Heu. Reist man durch Slowenien, wirdeinem unübersehbar irgendwo in der Landschaft eine derartige verwitterte hölzerne Heuraufe,oder ein betoniertes Exemplar jüngeren Datums begegnen, das an ein Ereignis erinnert, welchesviele Jahre zuvor in der Bibliothek der Ethnologischen Abteilung der Universität Ljubljana statt-gefunden hatte. Ein Besucher, der Literatur über die Heuraufen studierte, verblüffte dieStudenten mit der Bemerkung, die Slowenen sollten ihre Heuraufen ähnlich verehren, wie dieGriechen ihre Akropolis in Athen. Ein derartiger Enthusiasmus erscheint aus heutiger Sichtübertrieben, doch er enthüllte die Wertschätzung und symbolische Bedeutung, die den Heu-raufen als einem kulturellen Element entgegengebracht wird, das die meisten Slowenenübereinstimmend als»> ihr« ureigenstes kulturelles Erbe und als Teil»> ihrer«< nationalen Identitätanerkennen würden.
Die Heuraufen, malerisch in die kulturelle Landschaft Sloweniens gesetzt, stellten stets einLieblingsthema für Maler dar( z. B. für den Impressionisten Grohar, oder jüngeren Datums, fürFakin und Plestenjak, wie auch für zahllose Laien- Maler), doch sie finden sich auch in der Archi-tektur zitiert( Jugovec, Mihevc), wie auch im Design der Stadtmöblierungen( Werbetafeln undStänder für lokale Ankündigungen) und in der Fabrikation von ethnischen und touristischenSouvenirs. Kleinformatige Heuraufen dienen auch als Zierstücke für Höfe und zu mehrerenverbunden fungieren sie als Garagen. Als ein typisch» slowenisches«< Geschenk wurde einkozolec auch auf dem Landgut des britischen Thronfolgers Prinz Charles aufgestellt.
Der erste Erforscher der Heuraufen, Anton Melik, wies darauf hin, daß sie nicht nur Teildes slowenischen Kulturerbes sind: Sie erscheinen genauso im breiteren alpinen Gebiet, in TeilenNordeuropas und sogar in Japan und in den Bergen Westchinas. Anderswo allerdings sind sienicht so weit verbreitet, typologisch unterschiedlich und entwickelt, wie in Slowenien mit seinenneun verschiedenen Typen. Zur Datierung: Der älteste Hinweis in Slowenien stammt von 1659( ein lateinischer Text, der ein» Feld neben einer Heuraufe« nennt); im benachbarten Kärntendatiert ein Hinweis aus der Gegend von Hermagor/ Šmohor mit 1558, und die älteste Abbildungfindet sich auf einem Kupferstich von 1689 in Valvasor's» Die Ehre des Herzogtums Crain<<.
Ähnlich wie ländliche Architektur im allgemeinen, sind auch die Heuraufen untrennbar mitdem Raum verbunden, in dem sie errichtet wurden. Ihre äußere Erscheinungsform wurde vonder Lage Sloweniens im Kreuzungspunkt der mediterranen, alpinen und pannonischen Kulturenbeeinflußt. Innerhalb eines Dorfes- wo man behauptete, es gäbe kein Haus ohne Heuraufe-unterschieden sie sich nur durch ihre Größe. Die Qualität im Detail und in den Verzierungenließ auf soziale Unterschiede schließen.
Diese kurze Einführung zu den slowenischen Heuraufen läßt sich am besten mit den Wortendes Architekten Mušič, eines ihrer bedeutendsten Erforscher, beschließen:» Ein Reisender,kehrt er aus der Fremde zurück, wird immer berührt sein, wenn er von den Heuraufen, den erstenVorboten der Heimat, begrüßt wird.<<
Offizieller Name
Republik Slowenien
Hauptstadt
Laibach/ Ljubljana/ Ljubljana
268.537 Einw.
Amtssprache
slowenisch/ slovenščina
Einwohnerzahl
1,964 Mill.
Bevölkerungsdichte99 Einwohner/ km²Durchschnittsalter38,6 Jahre
Lebenserwartung
75,5 Jahre
Fläche20.273 km²
Unabhängigkeit
25.06.1991 vom ehemaligenJugoslawien
Ethnische ZusammensetzungSlowenen 87,8%, Kroaten 2,8%,Serben 2,4%, Bosnier 1,4%,Ungarn 0,4%, Sonstige 5,2%
Religionen
Katholiken 70,8%, Protestanten1,0%, Muslime 1,0%,Sonstige 27,2%
Währung
1 Tolar/ tolar= 100 Stotin
Bruttoinlandsprodukt20,9 Mrd. Euro
Arbeitslosigkeit
11%
Inflationsrate
5,6%
Internetzugänge
30 auf 100 EinwohnerFlagge