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15 + 10 European identities : Österreichisches Museum für Volkskunde ; [21. April bis 4. Juli 2004 ; eine Ausstellung anlässlich des EU-Beitritts zehn neuer Mitgliedsländer am 1. Mai 2004]
Entstehung
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Polen

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Weihnachtlicher Wettbewerb

Die Krakauer Weihnachtskrippen gehören zu den schönsten Traditionen in Polen, die sowohlmit Weihnachten als auch mit der Stadt Krakau selbst verbunden sind. Sie gehören zum Phäno-men der künstlerischen Kreativität von Amateuren, wie sie in dieser Form nirgendwo sonstaußerhalb Polens bekannt ist.

Der Brauch, mit solchen Krippen von Haus zu Haus zu gehen, Weihnachtslieder zu singenund kleine Puppenspiele mit religiöser, vornehmlich weihnachtlicher Thematik, aufzuführen,war in Krakau von etwa Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum 1. Weltkrieg verbreitet. Diese einzig-artigen Stücke der Sparte Wander( Hausier)-Theater verbreiteten ein ungewöhnliches literarischesGenre für die Bühne adaptierte, biblische Motive wurden mit säkularer sozialer Satirevermengt. Sie enthielten Elemente der Volkskultur wie auch der Kultur der Oberschicht. Was diedargestellten Charaktere anlangt, gehörten manche zur bäuerlichen Welt, andere warenKrakauer Legenden entnommen, und wieder andere korrespondierten mit tatsächlichen histo-rischen patriotischen Ereignissen.

Für die ersten Hersteller solcher Objekte( in ähnlicher Form wie heute) hält man Michalund Leon Ezenekier. Ihre erste Krippe, 1860 fertiggestellt, wurde von einigen architektonischenDenkmälern des alten Krakau inspiriert. Der Stil wurde nach dem Namen seiner Erfinder» eze-nekier<< genannt, wurde rasch populär und zeitigte zahlreiche Nachfolger.

Um diese Tradition zu unterstützen, organisierte die Stadtverwaltung von Krakau 1937 inZusammenarbeit mit dem Historischen Museum einen Wettbewerb um die schönste Weih-nachtskrippe. Seither wurde der Wettbewerb, mit Ausnahme des 2. Weltkriegs, jährlich abgehal-ten. Normalerweise finden sich von einigen Dutzend bis weit über hundert Bewerber- etwadie Hälfte davon sind Kinder und Teenager. Der Tag des Wettbewerbs ist ein großer Festtag-nicht nur für die Hersteller der Krippen, sondern auch für ihre Familien und alle Krippenliebhaber,die aus Krakau, aus ganz Polen und sogar aus dem Ausland anreisen.

Die modernen Weihnachtskrippen sind kleine und kostbare Kunststücke. Ihr ästhetischerWert wird durch ihre märchenhaften Farben unterstrichen( sie sind alle mit vielfarbigem Papieraus dünnen Folien beklebt), durch ihren Reichtum an architektonischen Details, die mit höchsterPräzision ausgeführt sind, durch die meisterliche Stilkombination( hauptsächlich Gotik, Renais-sance und Barock), wie auch durch die perfekte Balance zwischen Licht und Schatten( in denmeisten Fällen sind die Konstruktionen mit einem eigenen Lichtsystem ausgerüstet).

Die Architektur der meisten dieser Krippen wird von der Marienkirche in Krakau, derKathedrale des Wawels,» Sukiennice«<( Filztuchmarkt in Krakau), vom Krakauer Barbikan( Wachturm) und dem Rathaus inspiriert. An der Basis sind üblicherweise mit Krakau verbundeneFiguren plaziert- etwa Weihnachtssinger, die mit dem sog.» Turon«<( einer Tiergestalt) und demStern von Betlehem marschieren, Blumenverkäufer, Papst Johannes Paul II. oder der legendäre>> Lajkonik<<( Reiter). Die Spitzen der schlanken Türme sind häufig mit weiß- roten Fahnen unddem gekrönten Adler- dem Nationalemblem von Polen- verziert.

Diese Krippen sind in Polen weitum bekannt. Sie werden von vielen Museen und Privat-leuten gesammelt und so zum stolzen Symbol des Reichtums der weihnachtlichen Kultur Polens.

Offizieller Name

Republik Polen

Hauptstadt

Warschau/ Warsaw/ Warszawa

1,64 Mill. Einw.

Amtssprachepolnisch/ polskiEinwohnerzahl38,622 Mill.Bevölkerungsdichte124 Einwohner/ km²Durchschnittsalter

36 Jahre

Lebenserwartung73,9 JahreFläche

316.685 km²

Unabhängigkeit

Am 11.11.1918 erklärte sich Polenzur unabhängigen RepublikEthnische ZusammensetzungPolen 98,7%, Ukrainer 0,6%,Sonstige 0,7%

Religionen

Katholiken 90,7%, Orthodoxe1,4%, Sonstige 7,9%

Währung

1 Złoty/ złoty= 100 GroszyBruttoinlandsprodukt:196,7 Mrd. EuroArbeitslosigkeit

18,1%

Inflationsrate

1,9%

Internetzugänge

10 auf 100 Einwohner

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