lichkeiten haben in beiden Organisationen dafür die Hauptarbeit und Koordination geleistet,der pensionierte Oberst Gustav Bancalari( 1842-1900) und der pensionierte Eisenbahninge-nieur Anton Dachler( 1841-1921), ¹¹² zwei Fachleute mit Spezialkenntnissen und technischenErfahrungen, was die konkreten Aufnahmearbeiten vor Ort betraf. 113 In diesem Zusammen-hang ist Dachlers Monographie ,, Das Bauernhaus in Niederösterreich und sein Ursprung",erschienen 1897( Neuauflage 1905) zu sehen; sie wurde und wird allgemein als sehr beacht-liche Leistung ihrer Zeit anerkannt. 114 Bloß Dachlers Hausformentypenkarte erwies sich hier-bei insofern als problematisch, als sie der Autor rein stammheitlich interpretierte, was durchdie einhergehende Forschungskritik negiert wurde. 115 Dachler hatte dann mit Michael Haber-landt gemeinsam das vom Österreichischen Ingenieur- und Architektenverein herausgegebe-ne Werk ,, Das Bauernhaus in Österreich- Ungarn und in seinen Grenzgebieten" 1906 bearbei-tet; ein Werk, das ebenfalls allgemeine Zustimmung fand und das bis heute als große fachli-che Leistung gilt.116
Ein anderes ganz spezielles Werk, das von Seiten der Geographie sich volkskundlichen Stof-fen zu nähern verstand und das auf Bemühungen der Wiener Schule der Anthropogeogra-phie, wie sie Eugen Oberhummer vertrat, zurückgeht, ist die Dissertation und darauf folgen-de Publikation von Oskar Firbas, die 1907 unter dem Titel„, Anthropogeographische Proble-me aus dem Viertel unter dem Manhartsberge“ erschienen war. 117 In dieser weiten Zusam-menschau volkskundlicher und geographischer Themen und Methoden ging es darum, Er-gebnisse ,, der physischen Anthropologie, der Mundartforschung, der Ortsnamenforschung,der Hausforschung, der Siedlungsforschung(...) und der Urgeschichte, der Geschichte undder als eigenen Disziplin noch nicht vorhandenen Soziologie heranzuziehen“. 118 Uns interes-siert in diesem Zusammenhang, welche Belege und Ergebnisse Firbas aus dem VB Hol-labrunn vorlegen konnte; hier sind z. B. 24% eines reinen„, blonderen Bevölkerungstyps"
Ungarn. Hg. vom österreichischen Ingenieur- u. Architektenverein.( Atlas. Mappenwerk). Wien, Dresden( 1901-1906).
112 Anton Dachler: Das Bauernhaus in Niederösterreich und sein Ursprung. Mit 3 Taf. u. 1 Kte. In: Blätter desVereines für Landeskunde von Niederösterreich, N. F., 31( 1897), S. 115-167; Ders.: Das Bauernhaus in Nie-derösterreich und sein Ursprung. Sdabdr. aus den Blättern des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich.Mit 3 Taf. u. einer Kte. Wien 1897; Oswald Menghin: Anton Dachler+. In: Monatsblatt des Vereines für Lan-deskunde von Niederösterreich, X. Bd., 1919-1923, 21( März- April 1922), Nr. 3/4, S. 18-20. Auch die Leis-tungen G. Bancalaris wären hier ausführlich zu würdigen; so z. B.: Franz Heger: Gustav Bancalari. Nekrologe.In: Mittheilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, XXXI. Bd., Wien 1901, S. 71-79; Josef Schnat-tinger: Gustav Bancalaris Bedeutung als Hausforscher. Versuch einer nachträglichen Würdigung. In: Österrei-chische Zeitschrift für Volkskunde 53( 1950), S. 68–76.
113 Schmidt 1966( wie Anm. 104).
114 Schmidt 1966( wie Anm. 1), S. 41; A. Dachler: Das Bauernhaus in Niederösterreich und sein Ursprung. In:Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich, IV. Jg. 17& 18, Wien Mai- Juni 1905, S. 265-269; A. Dachler: Das Bauernhaus in Niederösterreich und sein Ursprung. Wien 1905.
115 Schmidt 1966( wie Anm. 114); Lechner 1964( wie Anm. 28), S. 110.
116 Schmidt 1951( wie Anm. 67), S. 115; Ders. 1966( wie Anm. 1), S. 42 f.; Pusman 2008( wie Anm. 108),S. 108.
117 Lechner 1964( wie Anm. 28), S. 123; Oskar Firbas: Anthropogeographische Probleme aus dem Viertel un-term Manhartsberge in Niederösterreich. M. 8 Ktn. u. 23 Textabb. Stuttgart 1907(= Forschungen zur deutschenLandes- und Volkskunde, 16. Bd., H. 5); Anton Dachler hatte diese Publikation sowohl im Monatsblatt desVereines für Landeskunde von Niederösterreich, III. Bd., 6( Juli- Sept. 1907), Nr. 19-21, S. 326-333 als auch inder Zeitschrift für österreichische Volkskunde( s. Anm. 121) kritisiert, worauf eine Polemik entstand( s. Anm.122-123).
118 Schmidt 1966( wie Anm. 1), S. 43 f.
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