Druckschrift 
Volkskunde aus der Mitte : Festschrift für Olaf Bockhorn zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 
  

In den nächstfolgenden Jahren dürfte sich die an sich bereits modernst und prunkvollst aus-gestattete Badeanstalt immer weiter auch zu einer Heilkuranstalt entwickelt haben. 26 In dereigens für die ,, Abtheilung für Wassercuren im Esterhazybade" verfassten Hausordnung desJahres 1890 wurde in 11 Punkten geregelt, dass sich die Kurpatienten u. a. beim Kurarzt imII. Stock vorzustellen hätten und sämtliche Verordnungen pünktlich und genauestens einzu-halten wären. Es gab Einzelkuren ebenso wie Wochen- und Monatskarten und auch Abon-nementkarten zu je 10 Mal mit 20tägiger Gültigkeit oder zu je 30 Mal mit 90tägiger Gül-tigkeit. Wäsche zum Abtrocknen- ,, Bademantel und Serviette"- wurden von der Anstaltbeigestellt. Leintücher zum Abreiben oder zur Einpackung, sowie Leib-, Waden und Hä-morrhoidalbinden, ebenso Hauben w[ u] rden nicht von der Anstalt beigegeben.[...] Kotzenw[ u] rden entweder gegen eine tägliche oder wöchentliche Leihgebühr abgelassen[...] oderverkauft.< 28

27

Abb. 2: Blick in die Frottierkammer.

Abb. 3: Schwimmbassin, um 1880.

76

26 Bereits 1855 bot ein gewisser Josef Fuchs, Doktor der Medizin, Accoucheur[ Geburtshelfer], ordentlichesMitglied des Doktoren: Kollegiums der medizinischen Fakultät zu Wien Mariahilf, im Esterházybad seineDienste ,, insbesondere für Gicht-, Rheuma und Skrophel[ Geschwür] Patienten an und bezeichnete das Bad als,, Diätetisch: therapeutische Heilanstalt. Bezirksmuseum Mariahilf, Archiv, Konvolut Esterházybad, Verlautba-rung Josef Fuchs.

27 Bei der Abonnementkarte im Ausgabenbuch dürfte es sich um eine solche für Wasserkuren gehandelt haben.28 Bezirksmuseum Mariahilf, Archiv, Konvolut Esterházybad, Hausordnung 1890.