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Mann16, der zuvor das„ Karolinenbad“( 1843) mit 40 Badewannen aus Marmor in 30 Kabi-nen errichten ließ und betrieb. Sein Erfolg dürfte groß gewesen sein, denn bereits neun Jah-re später( 1852) eröffnete er das zweite Bad: in der Gumpendorferstraße, schräg vis a vis desEsterházyschen Stadtpalais. Die unter dem Fürstlich Esterházyschen Hof- und Stadtbaumeis-ter Karl Ehmann errichtete zweistöckige Baulichkeit wies ,, im Erdgeschoß die für Empire-und Biedermeierbauten so bezeichnenden Rundbogenfelder der Fensteröffnungen❝18 auf. ImVorfeld der Erbauung dürften jedoch erst einige Schwierigkeiten zu beseitigen gewesen sein.So legte der Hausbesitzer„ Zum Wollbaum“, ein unmittelbarer Nachbar, sein Veto ein in derBefürchtung, dass sein Haus und Geschäft Schaden nehmen könnte auf Grund der Feuchtig-keit des geplanten Badhauses. Ein weiterer Einspruch erfolgte seitens des Besitzers des„ So-phienbades", der eine Konkurrenz hinsichtlich seines Privilegiums für Dampfbäder witterte.Letztlich sorgte sich auch Fürst Esterházy um seine freie Aussicht. Schlussendlich aber setzteJoseph Eggerth sein Bauvorhaben durch und ließ im vorderen Trakt des„ Badhaus zum Fürs-ten Esterházy", wie es ursprünglich hieß, ein Wannenbad errichten, und im hinteren Teilwurden zwei Schwimmhallen mit Kaltwasser, die auch im Winter beheizbar gewesen seinsollen 19- eine für Damen und eine für Herren-, ihrer Bestimmung übergeben. 20 Das Badverfügte über eine verbaute Grundfläche von 567 m², die Baukosten betrugen„ ö. W. fl280.000". Der Wasserbezug erfolgte über die„ Kaiser Franz Josef- Hochquellenleitung“. 21Das Bad blieb nach dem Tod Joseph Eggerths 1878 bis zu dessen Schließung im 20. Jahr-hundert( 1982) vermutlich im alleinigen Besitze der Familie.22
1857 erfolgte eine maßgebliche bauliche Veränderung. Ein drittes Stockwerk wurde zwecksErrichtung eines Luftbades2³ mit Genehmigung des Fürsten aufgesetzt. Das Bad dürfte sehrreüssiert haben, erfolgte doch 1868 ein neuerlicher großer Umbau. Zwei zusätzliche, separate
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16 Davor dürfte Joseph Eggert Zündhölzchen erzeugt haben. Später firmierte er als Knopffabrikant, der auchdiverse Maschinen zur Knopferzeugung erfand und sich diese patentieren ließ. Diese Information verdanke ichebenfalls Klaus Dünser. Vgl. Hof- und Staatshandbuch des Kaiserthums Österreich. Wien 1844.
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de.wikipedia.org/wiki/Karolinenbad[ 17.03.2012, 10.57 Uhr].
18 Wiener Geschichtsblätter, F 8( 1953), S. 7;- Karl Ehmann, geb. 1977 in Krems/ Stein, gest. in Wien 1829.
19 Vgl. Wilhelm Seledec u. a.: Baden und Bäder in Wien. Wien 1987, S. 30.
20 Ernst Blaschek: Mariahilf einst und jetzt. Wien und Leipzig 1926, S. 307.
21 Bezirksmuseum Mariahilf, Archiv, Konvolut Esterházybad, Prospekt.
22 Tochter Anna Eggerth, verehelicht mit Johann Evangelist Presl, und Sohn Karl Eggerth waren die neuenBesitzer. Karl starb jedoch schon zehn Jahre später 1888, weshalb seine Witwe, Josephine Eggerth, die Hälfteübernahm. Mitte der 1890er Jahre erwarb Johann Presl dann den Anteil von Josephine und war in der Folgealleiniger Besitzer. Nach seinem Tod( 1900) wurde Tochter Anna Presl die Besitzerin, die es jedoch zu Lebzei-ten noch ihrem Bruder( nicht Sohn, wie irrtümlich im Mariahilfer Heimatbuch angeführt) Hans Presl vermachte.Dieser war jedoch kränklich und übergab seinen halben Anteil seinem Schwager Ernst Hlawa, der nach demTod Presls alleiniger Besitzer blieb. Nach dem Tod von Ernst Hlawa wurde der Badebetrieb als Witwenbetriebvon Maria Hlawa und Jenny Presl( Schwägerin von Maria Hlawa) weitergeführt. Mit dem Tod Maria Hlawas1951 dürfte Jenny Presl den Badebetrieb als Besitzerin allein weitergeführt haben. Wer ihn bis zu seiner Einstel-lung 1982 besaß, wäre noch zu klären.- Zur Zeit seiner Blüte dehnte sich das Bad auch auf das Nachbarhaus,Gumpendorferstraße 57, aus. Dort steht heute ein Gemeindebau mit einer städtischen Bücherei im Erdgeschoß.Das Haus Gumpendorferstraße 59 beherbergte nach der Schließung des Bades lange Jahre die Wiener Installa-teur- Innung. Seit einigen Jahren befindet es sich im Privatbesitz.
23 Luftbäder wurden vor allem für Lungenkranke propagiert.