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Volkskunde aus der Mitte : Festschrift für Olaf Bockhorn zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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burt mehr, die sie vorweisen können. So was musst Du einfach unterstützen, weil estoll ist, weil es eine Alternative ist zum Anderen."

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Sie war in der Nachbarschaft des Entbindungsheims aufgewachsen und mit dem Haus frühvertraut gewesen, war zusammen mit anderen Kindern oft dort, um sich Babybrei- Proben zuholen. ,, Also wir sind im Entbindungsheim ein- und ausgegangen, das war so eine offeneGeschichte auch." 88In ihrer Kindheit und Jugend war das Heim ,, eine Institution, einfachalle seien dort auf die Welt gekommen; die Hebammen und anderen Mitarbeiterinnen desHauses im ganzen Ort bekannt gewesen- ,, die haben etwas dargestellt.89 In den 1990er Jah-ren, in Lustenau war es schon länger nicht mehr selbstverständlich, im Heim zu entbinden,hätten Paare und Frauen sich klar dafür entschieden dorthin zu gehen. Die Einrichtung warbekannt für die, ausgesucht tollen Hebammen" und einen ganzheitlichen Zugang zum The-ma Geburt, was vor allem alternative Kreise anzog. Es war dann ein richtiger Hype. Ichhabe im Entbindungsheim entbunden, das war dann schon toll." War schön, war echtschön. Und auch das Gebäude selber, da war unten das Altersheim und oben das Entbin-dungsheim, das hatte auch seinen Reiz. Es ist einfach so der Kreislauf vom Leben." 91 Zu-gleich und das macht nochmals deutlich, wie aufgeladen und ambivalent Entscheidungenrund ums Kinderkriegen sind- wollte sie ihr zweites Kind lieber im Spital auf die Welt brin-gen. Während der kompliziert verlaufenden Geburt des ersten Kindes im Entbindungsheimfühlte sie sich zwar nett, aber nicht kompetent genug betreut. Mirjam Moser schreibt demEntbindungsheim schließlich eine nachhaltige Wirkung auf die konventionellen Geburtensta-tionen in den Krankenhäusern und deren Personal zu, diese mussten dann ein wenig nach-ziehen.92

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Nicht zuletzt durch dieses Reagieren der Spitäler auf Bedürfnisse werdender Eltern geriet dasEntbindungsheim Lustenau Mitte der 1990er Jahre erneut in Diskussion- ein letztes Mal.

,, Ich finde es heute gemein, also ich finde es ja sowieso gemein, dass es das Heim nichtmehr gibt, aber die Krankenhäuser haben das imitiert. Also: Imitiert- du kannst sagen,sie haben auch reagiert, auf ein Bedürfnis. Aber sie haben dann wirklich sagen können,sie sind genau gleich wie das Entbindungsheim, was nie gestimmt hat. Aber sie habendiese Ausrüstung so gemacht, haben halt auch Badewannen eingebaut und Farben andie Wand gemalt und Vorhänge aufgehängt.[...] Diese optische Geschichte, hat eswahrscheinlich verbessert, trotzdem hat man es nicht vergleichen können. Aber die ha-ben unheimlich angefangen zu werben, also zum Beispiel das Dornbirner Spital, auchmit so schönen Räumen. Das Feldkircher Krankenhaus hat eine Zeit lang geworben:, Die Atmosphäre und Intimität einer Hausgeburt mit der hundertprozentigen Sicherheiteines Krankenhauses. Und das ist ein Wahnsinnsslogan, das ist einfach gelogen. Ers-tens hat das mit der Intimität nicht gestimmt und es gibt keine hundertprozentige Si-cherheit im Krankenhaus. Aber das ist natürlich ein super Slogan.[...] Ich denke, daswar auch wieder so ein Stein im Weg, dass die Ärzte sich einfach fast nicht mehr zusagen getraut haben:, Geht ins Heim, das ist OK', sondern aus dieser großen Angst vor

87 Interview Moser, min 27.

88 Ebd., min 17.

89 Ebd., min. 48.

90 Ebd., min. 25.

91 Interview Moser, min. 10.

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Ebd., min. 52.

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