dass sie sich in der amerikanischen Geschäftswelt hervorragend bewährt hätten und vielleichtsogar zu noch nachhaltigeren Erfolgen geführt hätten. Und so wäre die Firma Schmoll mög-licherweise, wie die Firma Mars, deren Gründervater 1911 in der Küche seines Hauses inTacoma mit der Herstellung von Süßwaren begann, ebenfalls im Forbes Magazine erwähntworden, als eines jener größten Unternehmen in den USA, die sich in Privatbesitz befinden.Die Pflege der Gründungshistorie sowie die Erinnerung an den Gründer- zum Großteildurch die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen selbst, war ein wichtiger Anknüpfungspunktin der Diplomarbeit. Diese ausgeschmückten und detailreichen Geschichten rund um die An-fänge spiegelte all die Wünsche und Sehnsüchte sowohl der Unternehmerfamilie selbst, alsauch jene der Belegschaft. Die Summe dieser Vorstellungen, Werte und Ansichten über Ar-beit an sich mündeten in Firmenideologie. An Gründungsmythen ist auch die amerikanische( Unternehmens-) Kultur reich, man denke etwa an die Founding Fathers bis hin zu den legen-dären Geschichten„ Vom Tellerwäscher zum Millionär“. Karl Schmoll wurden Fähigkeiteneines Pioniers zugeschrieben und es ist nicht unwahrscheinlich, dass er seinen Weg in denUSA gemacht hätte.
Viele Passagen in der Biografie des Philanthropen Dietrich W. Botstiber, eines gebürtigenWieners und späteren US- Bürgers", aus einem zeitlich rund ein halbes Jahrhundert spätereingebetteten Kontext, erinnern an Eigenschaften und Selbstzuschreibungen des Unterneh-mers Karl Schmoll. So zum Beispiel die Begeisterung für technischen Fortschritt jeder Artund das Bekenntnis zu stetiger und harter Arbeit.
Vielleicht hätte Karl Schmoll die erste Zeit seines Aufenthaltes im sogenannten„ Klein-deutschland" in New York verbracht, in Ermangelung eines„ Kleinösterreich". Sei es ausGründen der besseren Verständigung oder um erst einmal Fuß zu fassen und sich einenÜberblick zu verschaffen.
Um 1880 wurde rund ein Drittel aller Einwohner von New York, also ungefähr 400.000Menschen, als„, German American" bezeichnet. Zu jener Zeit wurde New York nur noch vonWien und Berlin in der Anzahl von deutschsprachigen Bewohnern übertroffen.„ Klein-deutschland" umfasste rund 250.000 Menschen, die in der Gegend der heutigen Lower EastSide bzw. East Village von Manhattan, von der Division Street bis zur 14th Street lebten undarbeiteten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verteilte sich die deutschsprachige BevölkerungNew Yorks auch auf andere Viertel, so zum Beispiel nach Yorkville in der Upper East Side,nach Ridgewood in Queens oder Bushwick in Brooklyn. 12
Den Alltag jener Zeit in" Kleindeutschland" kann man im Tenement Museum an der LowerEast Side in New York City anschaulich nachvollziehen. Ein umfangreiches Besucherpro-gramm mit Führungen aller Art zu verschiedenen Themenschwerpunkten sowie ein Fotoar-chiv, Forschungsressourcen und Hintergrundinformationen zur Gestaltung der Ausstellungenwerden angeboten.
Die Gründungshistorien der Konkurrenz in den USA seien am Beispiel der Marke„, Angelus"erwähnt, die seit 1907 im„ Shoe Polish"-Sektor agierte:
11 Dietrich W. Botstiber: Not on the Mayflower. Media 2007.
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A brief history of Germans in New York. In: German Traces in NYC. A Project of The Goethe Institute.www.germantracesnyc.org/about.php.[ 02/2012], German Traces in NYC, 2012.
Tenement Museum.[ Posted on February 29, 2012 by admin] In: German Traces in NYC. A Project of TheGoethe Institute. www.podcast-de.germantracesnyc.org/?p=76.
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