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nere ich mich aber noch genau. Sie hatte über das Pferd zu referieren und sie tat es so ausgie-big, dass drei Doppelstunden draufgingen. Ich musste jedenfalls mein Referat über den Stiernicht mehr halten.
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Károly Gaál hatte mit seiner Habilitation„ Zum bäuerlichen Gerätebestand im 19. und 20.Jahrhundert. Forschungsergebnisse zur vergleichenden Sachvolkskunde und volkskundlichenMuseologie" ein theoretisches Konzept für eine strukturalistisch- funktionale Geräteforsch-ung vorgelegt.„ Kaum ein Arbeitsgerät steht für sich allein. Meistens bilden mehrere Gerä-te, die zur Durchführung einer Arbeit nötig sind, eine Geräteeinheit.“ Die Geräte geben unsAufschluss über das Wirtschaftssystem, in dem sie verwendet werden. Z. B. das ,, Ortscheit"( Drittel), um bei unserem eingangs gebrachten Beispiel der Pferdeanspannung zu bleiben. Esist ein wesentlicher Teil des Pferdefuhrwerks, der als Verbindungsstück zwischen dem Wa-gen und den Strängen dient. Mit dem Aufkommen der Mechanisierung wurde das Ortscheitüberflüssig, der Traktor brachte neue Geräteeinheiten mit sich. So es nicht entsorgt wurde,findet man das Ortscheit aber noch in Gaststätten oder auf Balkonen als Aufhängvorrichtungfür Blumenkörbe oder als Lusterhalterung in Verwendung.
Bei den folgenden monographischen Arbeiten, die vom Institut durchgeführt wurden, findenwir Bockhorn bereits als Motor und Herausgeber an der Seite von Gaál. Ohne seinen langenAtem und seine zähe Konsequenz wären die Feldforschungen nicht publiziert worden. Z. B.die Dorfmonographie von Nestelberg 12, die erst 10 Jahre nach den 1970/71 abgehaltenenUntersuchungen im Jahr 1980 erschien. Ein weiteres Beispiel ist Tadten, wo die Forschungen1972/73 durchgeführt und die Ergebnisse erst 1976 publiziert wurden. 13
Hier sei vorweg auch die Herausgabe der CD„ Volkskunde in Österreich. Bausteine zu Ge-schichte, Methoden und Themenfeldern einer Ethnologia Austriaca“ erwähnt, eine Einfüh-rung in die österreichische Volkskunde, die bereits Anfang der 90er Jahre konzipiert wordenwar und dank Olaf Bockhorn schließlich 2011 erscheinen konnte. 14 Eine Meisterleistung anKonsequenz und Ausdauer!
Olaf Bockhorn stand Gaál auch bei der Gründung der„ Ethnographia Pannonica Austriaca"zur Seite, die als Kommunikationsforum für die Ethnographen aus dem„ pannonischenRaum" gedacht war. Mit der Veranstaltung von Symposien sollte das Augenmerk auf dengrenzübergreifenden, zusammengehörenden Kulturraum, der durch den„ Eisernen Vorhang"getrennt war, gelenkt werden. Damals waren persönliche Kontakte nämlich kaum möglichund so wurden die Tagungen zum Treffpunkt von Kolleginnen und Kollegen. Ich erwähnenur Bela Gunda, Gyula Ortutay, Ivan Balassa, Branimir Bratanic, Milovan Gavazzi, NikoKuret, Jan Mjartan, Ludvik Kunz, Sona Kovacevicová, u. a.
11 Károly Gaál: Zum bäuerlichen Gerätebestand im 19. und 20. Jahrhundert. Forschungsergebnisse zur verglei-chenden Sachvolkskunde und volkskundlichen Museologie. Wien, Köln, Graz 1969.
12 Olaf Bockhorn( Hg.): Nestelberg. Eine ortsmonographische Forschung. Wien 1980(= Veröffentlichungen desInstituts für Volkskunde der Universität Wien, 8).
Károly Gaál, Olaf Bockhorn( Ltg.): Tadten: eine dorfmonographische Forschung der Ethnographia PannonicaAustriaca 1972/73. Eisenstadt 1976(= Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland, 56).
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Volkskunde in Österreich. Bausteine zu Geschichte, Methoden und Themenfeldern einer Ethnologia Austria-
ca. Für den Österreichischen Fachverband für Volkskunde hg. von Olaf Bockhorn, Helmut Eberhart, DorotheaJo. Peter, Innsbruck 2011, CD.