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Volkskunde aus der Mitte : Festschrift für Olaf Bockhorn zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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sammenhang mit den Anspannvorrichtungen ist auf seine Karte über die, Jochformen undJochnamen in Innerösterreich zu verweisen, die er anlässlich eines Vortrages bei der Ta-gung des Verbandes der Geschichtsvereine vorstellte. Hanns Koren verwirklichte die Sys-tematik der Gerätekunde in der Gerätehalle des steirischen Volkskundemuseums in Graz undregte mit seiner Ausstellung über den Steirischen Bauern weitere einschlägige Arbeiten zurGerätekunde an. Hier sei an Karl Haiding, Sepp Walter, Oskar Moser erinnert, alle Vertreterder ,, Grazer Schule".

In Wien erntete Leopold Schmidt mit seinem Versuch, einen Überblick über den Stand derGeräteforschung in den 50er Jahren zu liefern,- wie ich glaube zu Unrecht- harsche Kritikvon den Ethnologen.

Eine Wende in der Geräteforschung brachte Károly Gaál. Dazu Olaf Bockhorn im Vorwortseiner Dissertation: Im Herbst 1965 und im Februar 1966 fuhr eine Gruppe von Studentendes Instituts für Volkskunde an der Universität Wien für jeweils eine Woche in den kleinenOrt Wolfau im südlichen Burgenland. Der Initiator und Leiter der Teamarbeit, Herr Dr.Károly Gaál, unternahm den Versuch, die Kultur eines weitgehend bäuerlichen Dorfes ingemeinsamer Arbeit zu erfassen und gleichzeitig die Grundlagen wissenschaftlicher Feldfor-schung zu vermitteln. Im Rahmen dieser Untersuchung, deren Ergebnis inzwischen vorliegtder sogenannte ,, Wolfau- Bericht"- fiel mir die Aufgabe zu, die Transport- und Anbaugeräteaufzunehmen." Bei der Ausarbeitung stellte sich heraus, dass gerade auf dem Gebiet desbäuerlichen Transportwesens für Österreich kaum Literatur existierte. Und so wurde dieWolfau- Untersuchung zur Initialzündung für die Wahl des Dissertationsthemas und wie ichmeine- auch zur Weichenstellung für den wissenschaftlichen Werdegang von Olaf Bock-horn.

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Die Wolfau- Arbeit, mit einem lobenden Vorwort des Institutsvorstandes Richard Wolframund mit einer ausführlichen Einleitung des Projektleiters Károly Gaál versehen, rief aller-dings Wolfdieter Zupfer auf den Plan, der Gegen eine scheinbar problemlose Feldfor-schung" kritisch Stellung zum Wolfau- Bericht" bezog. Er berief sich auf Hermann Bau-singer, der seine Einleitung zur Volkskunde 1971 mit Probleme statt Fakten übertitelte.Falsifizieren statt Verifizieren, wie es, die Tübinger" mit Berufung auf Karl Poppers Er-kenntnistheorie forderten, waren neuerdings angesagt. Der Tübinger Paradigmenwechselhatte um 1970 eben auch Wien erreicht.

Die Aufgabenstellung des Wolfau- Projektes galt freilich primär der Erprobung der Feldfor-schungsmethode. Die Hinwendung zur Sachvolkskunde bedeutete damals für die WienerVolkskunde eine Novität. Ich entsinne mich noch des Seminars bei Richard Wolfram über,, Das Tier in Mythos, Kult und Brauch". Ich weiß nicht mehr, welches Thema Olaf Bockhornzugewiesen bekam, an jenes von Elisabeth Bockhorn, damals noch Elisabeth Hammer, erin-

6 Hanns Koren: Jochformen und Jochnamen in Innerösterreich. Bericht über den vierten österreichischen Histo-rikertag in Klagenfurt. Wien 1957(= Veröffentlichungen des Verbandes Österreichischer Geschichtsvereine,Bd. 11), S. 163.

Leopold Schmidt: Bauernwerk der Alten Welt. Europa- Asien- Afrika( Ausstellungskatalog). Wien 1954(= Veröffentl. zum Archiv für Völkerkunde II), 112 S.; Robert Heine- Geldern: Die Ausstellung, Bauernwerk inder Alten Welt" im Mus. f. Völkerkunde. In: Mitteilungen d. Anthropol. Gesellsch. in Wien, Bd. LXXXIII,1954, S. 141 ff.

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Wolfau. Bericht über die Feldforschung 1965/66. Eisenstadt 1969.(= Wissenschaftliche Arbeiten aus demBurgenland, Heft 42; Kulturwissenschaften, Heft 15).

9 Olaf Bockhorn: Transport- und Anbaugeräte. In: ebd., S. 382ff.

10 In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 75( 1972), S. 41-49.

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