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Geschichte der österreichischen Volkskunde
Entstehung
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Schülern allerdings zum Teil von der Volkskunde weg und einereher der Geographie angenäherten Raum- und Siedlungsforschungzu, deren Bedeutung wohl überschätzt wurde. Dies gilt bis zueinem gewissen Grad auch von der sehr umfangreichen und frucht-baren Tätigkeit von Adalbert Klaar, der, zum Teil unterdem Einfluß von Arthur Haberlandt, als Architekt an die Haus-forschung herantrat und in intensiver Inventarisierungsarbeit dasHaus- und Siedlungsformenwesen von Nieder- und Oberöster-reich 11), Salzburg 12) usw. neu aufzunehmen versuchte. Beachtens-wert erscheint die Einbeziehung des alten städtischen Hauses undder städtischen und märktischen Siedlungs-formen in Klaars Forschungen 13). Wenn auch hier vielfachDinge erarbeitet werden, welche eher als eine erweiterte und er-neute Landeskunde denn als Volkskunde betrachtet werdenmüssen, so sind die Ergebnisse jedenfalls von hohem hilfswissen-schaftlichem Wert. Die Arbeiten Richard Kurt Doninsüber das Bürgerhaus 14), die im gleichen Zeitraum vor sichgingen, liegen auf derselben Ebene. In Oberösterreich hat dieBauernhausforschung bei aller Berücksichtigung der Grundlagender ,, technischen Hausforschung" einen Weg eingeschlagen, derstärker zum Leben des bäuerlichen Menschen mit seinem Bauenund Hausen führt. So hat besonders der vielseitige Heimat-forscher und Heimatpfleger Eduard Kriechbaum ,, DasBauernhaus in Oberösterreich" als eine Art Organismus ange-sprochen, als ein beseeltes Wesen, von dem wieder Fäden zurbäuerlichen Seele zurückführen. Sein Grundsatz ,, Ich kenne keinenbesseren Weg zum Erfassen der seelischen Struktur des Bauernals den über seine Behausung, über seine Stube" 14a) ist eine be-deutsame Richtschnur für diese psychologische Einstellung. Vonhier geht auch ein natürlicher Weg zur Baupflege, wie sie nichtzuletzt im benachbarten Bayern betrieben wird. Architekt Ru-dolf Heck 1 hat in letzter Zeit dafür besonders viel gearbeitet,und seine Oberösterreichische Baufibel", die in übersichtlicherWeise die Grundformen des ländlichen Bauens behandelt, zwi-schen Bestandaufnahme des Herkömmlichen und Erwägung derMöglichkeiten des Künftigen gestellt 14b). Die Grundlage der sach-lichen Bestandaufnahme wird aber auch von diesen Forschern nieverlassen.

Alle diese inventarisierenden, kunst- und siedlungstopogra-phischen Arbeiten sind von einer bemerkenswerten histori-schen Vertiefung. Das rein flächenhafte Element ist in ihnendurchaus überwunden, und die Verbindung der Inventarisierungdes Gegenwartsbestandes mit den urkundlichen Gegebenheitenläßt sie meist bereits nicht nur als Vorarbeiten, sondern weit-gehend auch als Ergebnisse ansehen. Für die nicht dermaßen

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