deutet, ist in den beiden letzten Perioden vor sich gegangen. DieSachlichkeit der spätliberalistischen Epoche und die besonders inHinsicht auf die geschichtliche Vertiefung durch die Neuromantikbefruchtete Einfühlung ergeben zusammen die besondere Tönungder neueinsetzenden Arbeit.
Die Grundlagen, auf denen vor allem aufzubauen ist, bildendie mit einfühlender Objektivität vorgenommenen Sammel-arbeiten, die in den letzten Jahrzehnten im Zusammenhang mitverschiedenen umfangreichen wissenschaftlichen Bestandsaufnah-men durchgeführt wurden. Auf dem Gebiet der Sachgüter hatÖsterreich lange vor den Arbeiten, die unter dem Zeichen der,, geographischen Methode" Wilhelm Peẞlers für den,, Atlas der deutschen Volkskunde" durchgeführt wur-den ¹), wertvolle Vorarbeiten anläßlich der Inventarisie-rung seiner Kunstdenkmäler geleistet. Noch in die Zeitvor dem ersten Weltkrieg fällt die beispielgebende kunsttopo-graphische Aufnahme von bemerkenswerten Altwiener Häuserndurch Hugo Hassinger in seinem„ KunsttopographischenAtlas der Stadt Wien", 1911 2). Arthur Haberlandt schloßim gleichen Rahmen der Österreichischen Kunsttopographie mitseiner Volkskunde des Burgenlandes") daran an, die, freilichim Gegensatz zu ihrem Titel, beinahe nur Hauswesen und bil-dende Volkskunst erfaßte, Gebiete, die allerdings für das Burgen-land von besonderer Bedeutung erscheinen. Sehr systematisch er-folgten dann die kunsttopographischen Aufnahmen für die Öster-reich- Abteilung des einst von Georg Dehio begründeten,, Handbuches der deutschen Kunstdenkmäler"; besonders in derNeuausgabe von 1943 kommen im Band„ Salzburg, Tirol undVorarlberg" die volkskundlichen Güter, Bauernhöfe, Siedlungs-formen, aber auch Zeugnisse der religiösen Volkskunst gut zurGeltung 4).
Für diese Erfassungsarbeiten hat nicht zuletzt die volkskund-liche Musealarbeit bedeutende Anregungen geleistet. Ins-besondere die Errichtung des Tiroler Volkskunst-museums in Innsbruck, 1929, ist für die wissenschaftliche Er-fassung der volkskundlichen Kunstdenkmäler in Westösterreichmaßgebend geworden 5). Karl Radinger hatte dort schon vordem ersten Weltkrieg sehr wichtige Sammelarbeit auf dem Gebietdes volkstümlichen Möbelwesens geleistet 5a). Die Veröffent-lichungen von Josef Ringler über ,, Weihnachtskrippen" und,, Grabkreuze haben außerdem die dort durchgeführten Bestre-bungen in weitere Kreise getragen. In Kärnten hat FerdinandRaunegger nach 1920 das Kärntner Heimatmuseumgeschaffen 5b), das durch die Nachsammlungen Oswin Moros undOskar Mosers ansehnlich vermehrt werden konnte 5c) und nach
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