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Geschichte der österreichischen Volkskunde
Entstehung
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mit der steirischen Volkskunde auch an direkten Zugängen zurVolkskunde Anteil genommen hat. Seine feuilletonistischen Schil-derungen bäuerlicher Schauspiele gehören zu den besten ihrerArt, seine Einfühlung in das Märchen ist für Auswahlausgabenwie für eigene Nachdichtungen fruchtbar geworden 32). Besondersseine kleinen Dramen, wie das Apostelspiel", haben von hierherviel an Eigenart gewonnen. Demselben steirischen Kreis gehörtauch der Landarzt Hans Klöpfer an, der mit seinen Mundart-gedichten auf die Tradition Roseggers zurückgreift, den er jedochan lyrischer Fähigkeit weit überragt 33). Weniger seine auf Sagenzurückgehenden umfangreicheren Gedichte als die schlichten Stim-mungen, die Klöpfer seinen Bauern ablauscht, versinnbildlichendie künstlerische Einstellung der Zeit nach dem ersten Weltkriegzum Bauerntum sehr eindrucksvoll. Im ,, Kirbisch" hat auch An-ton Wildgans einen verwandten, wenn auch weitaus stärkereigengeprägten Zug gezeigt 34).

Auf dem Gebiete der Prosa fällt in den inneren Alpen-ländern eine gewisse Häufung von Frauenromanen auf.Den bedeutendsten davon hat die Ennstalerin Paula Groggermit ihrem ,, Grimmingtor" geschrieben. Tirolerinnen, wie FannyWibmer- Pedit und andere, stehen deutlich in Zusammenhangmit der bedeutenden katholischen Erzählerin Enrica Handel-Mazzetti; die Verwendung von Stoffen der Volkskunde wurdehier überall besonders in den dreißiger Jahren geradezu zurMode. Im Voralpengebiet hat Richard Billinger in bedeu-tender Selbständigkeit Elemente des volkstümlichen Lebens inseine Dichtung verwoben. Bei ihm wird man wohl wieder mehrvom Urerlebnis als von irgendeinem Bildungserlebnis ausgehenmüssen. Dennoch wäre das Entstehen seiner Bauerngestalten unddie Gestaltung ihrer Seelenzustände zu anderen Zeiten als geradediesen der Neuromantik in der geläufig gewordenen Volkskundekaum möglich gewesen 35). Selbst für die Wiener Volkskundemöchte man eine ähnliche Einspannung des dichterischen Gestal-tens zwischen Eigenerleben und Fühlen der wissenschaftlichenZeitstimmung für die Mundartgedichte ,, Wien wörtlich" von JosefWeinheber annehmen. Musikalische Schöpfungen,wie die ,, Österreichische Bauernhochzeit" von Franz Salm-hofer, dürften dagegen nur durch ihre sachliche Bezogenheithierhergehören.

Die wenigen hier herausgegriffenen Namen und Leistungenauf künstlerischem Gebiet weisen auf den starken Widerhallhin, den die Volkskunde in dieser Epoche erweckt hatte. Als ,, an-gewandte Volkskunde" hatte sie nicht nur zu künstlerischenSchöpfungen, wie zu Kleidermoden, Hausbau- und Möbelmodenusw., geführt, sie hatte auch zahlreiche Volksbildungsorganisatio-

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