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Geschichte der österreichischen Volkskunde
Entstehung
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im einzelnen wieder viel geleistet worden, wieder mehr von ein-zelnen als in der Zusammenarbeit, und auch in beträchtlicher Ver-einzelung der Fachrichtungen. Noch 1926 mußte ArthurHaberlandt schreiben: In der Ergründung der zeitlichenTiefe der Kulturerscheinungen hat... die Arbeitsteilung zwi-schen Vorgeschichte, Sprachwissenschaft und Altertumskundemancherlei Ungleichmäßigkeiten in der Durcharbeitung desStoffes herbeigeführt, sofern man nicht geradezu von einer Zer-klüftung sprechen kann, in der es Brücken erst zu schlagen gilt" 79).Dies ist gewissermaßen das Resumee jener Periode. Haberlandtschrieb die Worte gelegentlich seines großen Versuches einesGesamtüberblicks über Die volkstümliche Kultur Europas inihrer geschichtlichen Entwicklung", der selbst nur einen, wennauch äußerst wichtigen, Ausschnitt zu erfassen trachtete. Was erin ihm an Gebieten überblickte, nämlich die Wirtschaft, das Sied-lungswesen, das Hauswesen mit Hausgerät und Handwerk, dieVolkskunst im engeren Sinn, die gesellschaftlichen Grundlagenmit Betonung religionsgeschichtlicher Zusammenhänge und dieMöglichkeiten von Weltanschauung im gleichen Rahmen, wargewissermaßen das stoffliche Ergebnis dieses Zeitabschnittes. Ersetzt etwa 1909 mit dem Erscheinen der, Natur- und Urgeschichtedes Menschen" von Moritz Hoern es ein. Dieser Wiener Prä-historiker mit dem feinen Gefühl für die Bedeutung des Weiter-lebens von Formelementen im Kunstschaffen, für die Zusammen-hänge zwischen Brauch, Glaube und Gestaltung inaugurierte hier-mit und weiterhin mit seiner ,, Urgeschichte der bildenden Kunstin Europa" 80) die in enger Verbindung mit der neuaufgebautenPrähistorie Österreichs weiterwachsende Volkskunde, wie sie dannseine Schüler Arthur Haberlandt, aber auch Josef Weninger, Os-wald Menghin und späterhin Richard Pittioni vertraten 80a). Daskulturgeschichtlich- indogermanistische Element blieb daneben vonbeträchtlicher Bedeutung, besonders im Grazer Kreis RudolfMeringers, aus dem Viktor Geram b seine wesentlichstenAnregungen schöpfte. Der forschungsgeschichtliche Hintergrundbleibt bei Arthur Haberlandt jedoch die Völkerkunde, der erauch umfangreiche Beiträge gewidmet hat 81), wogegen Geramb denZusammenhang mit der Geschichtsforschung wahrte 81a). Darauserwuchs eine bis zur Gegenwart fortwirkende Trennung derWiener und der Grazer Schule. Da Arthur Haberlandts persön-liche Arbeiten noch dazu in erster Linie dem Balkan galten, vorallem der Volkskunst der Serben, Dalmatiner, Bosnier, Herze-gowzen und Albaner 82), blieb die alpen- und donauländischeösterreichische Volkskultur weitgehend der Grazer Schule, aberauch wieder mehr der nichtakademischen Forschung überlassen.Als selbständig daneben erwachsener Leistung sei dagegen der

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