nek erschloß die Volkskultur Galiziens, Schuldirektor EliasWeslowsk i. in Kimpolung, heute Rumänien, brachte Beiträgeaus den Karpathen 58a). Familiäre Verbindungen wiesen Haber-landt auf die Slawen des Balkans, und viele Mitarbeiter habensowohl für sein Museum wie für seine Zeitschrift von dortherBeiträge geliefert. Besonders eindrucksvoll sind die dalmatini-schen Sammlungen von Natalie Bruck- Auffenberg, dievon dieser selbst veröffentlicht wurden 58b). Die Sammlerkarto-thek des Museums für Volkskunde gibt über hunderte derartigePersönlichkeiten Aufschluß.
Die bedeutendsten Mitarbeiter erwuchsen Haberlandt inseinen akademischen Schülern. In ihnen, besonders in RudolfTrebitsch und in Eugenie Goldstern, spiegelt sich dieAnregung Haberlandts in den ersten Jahrzehnten seinesvon der breiteren Öffentlichkeit so wenig beachteten akademi-schen Wirkens besser als sonst irgendwo. Seine Anteilnahmean den verschiedenen Restvölkern Europas, an den Siedlernin den einzelnen Hochgebirgen des Kontinents, bei denen eram ehesten das Fortleben hochaltertümlicher Züge vermutete,wurde von ihnen in die sammlerische Praxis umgesetzt; siewaren, auch für sein Museum betrachtet, nur sein verlängerterArm. So ist Trebitsch zunächst in die Bretagne und dann zuden Basken nördlich und südlich der Pyrenäen gegangen und hatjeweils reichen Sammelstoff nach Wien gebracht 59). Bei seinerVielseitigkeit er war medizinisch geschulter Anthropolog undaußerdem Linguist und seiner von materiellen Sorgen freienSammelweise kamen jeweils bedeutende Ergebnisse zustande, diedurchwegs dem Wiener Museum für Volkskunde zugute kamen.Selbst von seinen weiteren Forschungsfahrten nach dem Westen,nach Irland und schließlich nach Grönland fielen noch Gewinnefür dessen Vergleichssammlungen ab, wenn auch der größereTeil dieser Sammlungen folgerichtig der Ethnographischen Abtei-lung des Naturhistorischen Museums, dem heutigen Völkerkunde-museum, zukamen. Zur Veröffentlichung seiner Sammelergebnisseist Trebitsch fast nicht gekommen. Für die bretonische Sammlunghat Arthur Haberlandt die Beschreibung übernommen, die frei-lich nur den Wert eines Museumsführers erreicht 60). In publi-zistischer Hinsicht war Eugenie Gold stern glücklicher. Siehatte sich von vornherein ein beschränkteres Gebiet, nämlichdie Hochgebirgstäler Österreichs, der Schweiz, Piemonts und Sa-voyens gewählt, und daher konzentriertere Ergebnisse erarbeitenkönnen. Ihre gleichfalls dem Museum für Volkskunde in Wien zu-gefallenen Sammlungen zeugen von hervorragender Systematik.Was Leopold Rütimeyer etwa gleichzeitig als„ Urethnographieder Schweiz 61) erarbeitete, ist hier sammlerisch vorzüglich er-
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