Museum des Pfarrers Johann Feichtlbauer in St. Pan-taleon 47b), das 1932 nach Ried übersiedelte und den Grundstockdes reichen Rieder Volkskundehauses bildet 47c). So manche ver-wandte Sammlernaturen in Salzburg, Oberösterreich und im be-nachbarten Bayern haben sich ähnlich betätigt. Rudolf Kriss hateinmal in vergnüglicher Weise pseudonym in dieses ganze Samm-ler- und Antiquitätenhändlerwesen hineingeleuchtet 47d).
Individualitäten, wie von Preen und Andree- Eysn, bezeugendie Fruchtbarkeit der Persönlichkeiten in der österreichischenVolkskunde auch in dieser Periode, welche doch mit MichaelHaberlandt und Rudolf Meringer schon als erste akademischegelten kann. Ein Gebiet ist es vor allem, auf dem die privateInitiative wieder, und zwar diesmal ganz besonders förderlichwirkte, nämlich die Volksliedforschung. Hier ist aller-dings wieder der Hintergrund der Zeit besonders deutlich zusehen, diesmal nicht der rein geistige, sondern der politische: esist die steigende Gegensätzlichkeit der Auffassungen in derNationalitätenfrage auf dem Boden der Monarchie,welche hier anregend gewirkt hat. Das sprachlich gebundeneVolksgut wird in den beiden letzten Jahrzehnten des 19. Jahr-hunderts mehr und mehr von den politisch national eingestelltenKreisen beansprucht. Bezeichnend dafür sind verschiedene Ver-einsgründungen, die Volkslied und verwandte Gebiete alshervorragend nationale Güter erklären, ganz im Sinne der Ro-mantik, und damit der gleichgerichteten Bewegung vor allem aufder tschechischen Seite Stoff zur Konkurrenz wie zur Reibungbieten. Die Früchte dieser außerwissenschaftlichen deutsch-nationalen Bestrebungen sind zunächst gering. Josef Pom-mers ,, Liederbuch für die Deutschen in Österreich" von 1884 istnoch recht unbedeutend, mit den ersten Arbeiten der österreichi-schen Romantik etwa nicht zu vergleichen. Selbst die SammlungenEduard Schmölzers 1862, und Richard Heubergersfür Steiermark, die wenige Jahre vorher erschienen waren, sindsachlich besser. Pommer legt jedoch das Hauptgewicht noch nichtauf die Sammlung, sondern auf die Möglichkeit des Wieder-singens; es handelt sich also um Liederbücher für den gemischtenChor, und damit beginnt der Aufstieg dieses Zweiges der Volks-liedkenntnis. Der durch Pommer 1895 gegründete., DeutscheVolksgesang- Verein" in Wien hat durch das Chorsingender Lieder einen bedeutenden Kreis von Menschen zu interessierenverstanden. Auch wenn Pommers spätere Sammlungen nicht sowichtig geworden wären, wie es etwa seine„, 444 Jodler undJuchezer aus Steiermark", 1902, sind, wäre doch die Gründungder Zeitschrift„ Das deutsche Volkslied", 1897-1944 48), und dieAnregung mehr als einer Generation von Volksliedforschern zu
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