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Geschichte der österreichischen Volkskunde
Entstehung
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dem Erzherzogthume Österreich ob der Enns und dem Herzog-thume Salzburg", Linz 1834, Steiermark die Bücher von R. G.Puff ,, Steirische Volkssagen oder von der Mur", Graz 1837-1841,und die späteren ,, Frühlingsknospen von der Sann", Graz 1850.Auch ernstzunehmende Sammler treten selbstverständlich nebendiesen pseudoromantischen Erzählern auf, so J. V. Sonntag mitseinen ,, Alpenrosen. Innerösterreichische Sagen und Erzählungen",Graz 1840,63) oder Josef Wagner mit dem Album fürKärnten", Klagenfurt 1845. In Kärnten hatte die romantischeSagensammlung und-bearbeitung bereits verhältnismäßig frühbegonnen. Ihr Hauptvertreter war der Klagenfurter Arzt JohannGottfried Kumpf, der 1812-1814 die Carinthia", von1818-1835 die ,, Kärntnerische Zeitschrift" leitete, um die sichdiese Art der Forschung hauptsächlich sammelte. Kumpf stand inengem Zusammenhang mit dem Erzherzog- Johann- Kreis.64)

Am stärksten macht sich dieser Zweig der Romantik wohl inWien selbst bemerkbar. Die aus dem 18. Jahrhundert herüber-wirkende historische Forschung gab hier den Anstoß zur Lokal-geschichte, der besonders Anton Ferdinand Edler vonGeusau selbstlos diente. Von der Lokalhistorie, der Geusausfünfbändige Geschichte Wiens gewidmet war, führte ein kurzerSchritt bereits zur Lokalsagenforschung herüber. 65) Geusau tat ihn1807 mit seinen Gesammelten Meinungen von der Entstehung desNamens und des Altertums der Säule der Spinnerin am Kreuzauf dem Wiener Berge." Damit schlug er gleichzeitig einen Leittonfür die künftige Wiener Sagenforschung an, die sich hundert Jahrehindurch immer wieder mit der gotischen Denksäule und denTraditionen, die sich mit ihr verbanden, beschäftigen sollte. EineVersion der Sage ist ja auch in die 1816 erschienenen ,, DeutschenSagen" der Brüder Grimm aufgenommen worden, 66) vermut-lich infolge des Wiener Aufenthaltes Jakob Grimms im Jahre1815. Der Pfälzer Geusau hatte also infolge der ihm angeborenenDistanzhaltung eine gute Witterung für den charakteristischenStoff bewiesen. Grimm wählte übrigens für seine Wiedergabe derSage die Version von der Spinnerin, die durch ihre Arbeit das fürden Bau der Säule nötige Geld erworben habe, und weist gleich-zeitig auf die nahe verwandte Legende ,, wie eine arme spinnerinmit einem helbeling ein munster eines königes vollbracht" in demKodex von Kolosca hin. Später bevorzugte man allgemein dieVariante, daß die Säule von einer ihren gefangenen Gatten erwar-tenden Rittersfrau erbaut worden sei.67) Die Romantik begann zuwirken. Rund um die Balladendichter gruppierten sich nun hierSagensammler und-bearbeiter, welche in einer falsch verstan-denen Heimatliebe die gesamte Vergangenheit Wiens zu mythi-sieren begannen. Die Hauptvertreter dieser pseudohistorischen

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