auf einer steirischen Sage beruht; auch dieses Werk hat Weidmannseinem Gönner Erzherzog Johann gewidmet.24)
Ein Gegenstück zu Weidmann bildet sein etwas jüngerer Zeit-genosse Adolf Schmidl. Der 1802 zu Königswarth in Böhmengeborene Schriftsteller war ebenfalls Fußreisender und Schau-spieldichter, nur von Beruf nicht Schauspieler, sondern Zensur-beamter, später Professor der deutschen Sprache und Literaturin Verona. 25) Die Ergebnisse seiner jährlich angestellten Reisenin Österreich legte er beinahe regelmäßig schriftlich nieder, wenn-gleich nicht immer mit dem Erfolg seines Jugendwerkes„ DerSchneeberg in Unterösterreich", 1831, einer der besten landschaft-lichen Beschreibungen der Zeit und reich an volkskundlichenBeobachtungen, besonders aus dem Leben der Holzknechte undAlmleute. Schmidl arbeitete späterhin geradezu planmäßig Reise-führer durch Österreich aus, welche als einheimische Baedeker-Vorläufer gewürdigt werden müssen. Seine persönliche Beobach-tung verleiht ihnen durchwegs noch einen beträchtlichen Wert.,, Wiens Umgebungen auf zwanzig Stunden im Umkreis", ein drei-bändiges Werk, 1835-1837, ist bis zu einem gewissen Grad uner-setzt geblieben. Die eigentlichen„ Reisehandbücher", die er 1834für Nieder- und Oberösterreich, Salzburg, Obersteiermark undTirol, 1836 für Steiermark, Illyrien, Venedig und die Lombardei,1835 für Ungarn, 1836 für Böhmen und Mähren usw. erscheinenließ und schließlich das zusammenfassende ,, Handbuch für Rei-sende im Kaiserthume Österreich", 1844, sind ihrer Bestimmungentsprechend knapper gehalten, aber doch immer von Mitteilungenaus dem Volksleben erfüllt.
Die Nachahmer der beiden Hauptvertreter dieser persönlicherwanderten Heimatkenntnis Weidmann und Schmidl sind durch-wegs schwächer. Die verschiedenen„, Fußwanderungen", die bei-spielsweise Adalbert Joseph Krickel um und nach 1830durchführte 26), tragen den Stempel der Taschenbücher- Poesie derZeit; die Schwäche der Beobachtung wird durch romantisierendesGerede zu verdecken gesucht. Nicht viel erträgnisreicher erschei-nen die Schriften des Pädagogen Leopold Chimani, der1830 Meine Ferienreise von Wien durch das Land unter und obder Enns usw." in„ topographischer, geschichtlicher, naturhisto-rischer, technischer, biographischer und pittoresker Beziehung"beschrieb 27). Trachtenunterschiede, das Jodeln, Scheibenschießen,Viechtauer und Berchtesgadner Hausindustrie, Almabtrieb, sogareinige Sagen sind immerhin aufgenommen. Wie so viele Zeit-genossen führt Chimani seine Interessen aus der Zeit des Zentra-lismus in das Biedermeier weiter; schon 1814 hatte er ja seineJugendzeitschrift„ Vaterländischer Jugendfreund" aus derartigenQuellen zu speisen gesucht, wodurch Beiträge wie„ Gebräuche der
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