artigen Materialien gelangen lassen; immerhin bietet sein Werkinfolge dieser Grundlage, die durch die von ihm entworfenen undausgeschickten Fragen noch bedeutend vermehrt wurden, einesehr bedeutende Zahl von Aufzeichnungen auf allen Gebieten derdamals geläufigen Volksforschung. Neben den allgemeinen Fest-stellungen über Volkscharakter, Hausbau, Tracht, Nahrung usw.werden bei jeder Kreisbeschreibung auch Einzelheiten des Volks-lebens dargestellt, so z. B. das Fensterln mit Verwendung derMaultrommel im Brucker Kreis, die am Sonnwendtag üblichenKampfspiele der Burschen im Oberkindberger Bezirk, das Grenz-berainungsfest der Bürger von Leoben, die besonders ausführ-lich geschilderten Sitten beim Almabtrieb im Judenburger Kreisusw. Für Tracht, Spiel und Wallfahrtsbrauch ist Göth eine ganzhervorragende Quelle. Neben ihm erscheint Carl Schmutzmit seinem ,, Topographischen Lexikon" 1840, von etwas gerin-gerer Bedeutung. Auch die verwandte topographische SchilderungKärntens von Josef Wagner, 1847, reicht nicht an Göth heran.Immerhin bekunden diese und noch eine bedeutende Zahl ver-wandter Arbeiten die gleiche Wegrichtung.
An die Seite von Stafflers gewaltigem Tiroler Werk darf manhinsichtlich der volkskundlichen Bezüge das Vorarlberger Gegen-stück rücken, das der Bregenzer Priester Franz Joseph Waitzen-egger( 1784-1822) geschaffen hat. 6a) Er hat unter dem seitJoseph Rohrer eingebürgerten Stichwort„ Volkscharakter" eineganze kleine Bauernkunde gegeben, freilich als ein sehr deutlicherlaudator temporis acti, aber voll Kenntnis der VorarlbergerEigenheiten. Waitzenegger war ein Schüler des großen TheologenJohann Michael Sailer in Landshut, und 1809 mit Clemens undBettina Brentano in Berührung gekommen. b) Die in diesemRomantikerkreis erhaltenen Anregungen mögen wohl auf seinWerk nachgewirkt haben.
Nicht zu übersehen ist schließlich, daß auch die nichtdeutschenLänder Österreichs in dieser Zeit ihre Topographien bekommen,die durchwegs, und das nicht zuletzt aus nationalen Gründen, sehrvolkskundlich eingestellt sind, und vor allem das selbständigeTrachtenwesen bildlich herausstellen lassen. Was im Trachten-werk der Militärgrenze von Jaschke und Kleyle vorgezeichneterschien, wurde nun mehrfach lokal wiederholt. Ein besondersschönes Beispiel dafür bildet das Werk von Francesco Carrara,, La Dalmazia descritta", mit den ausgezeichneten Trachten-Lithographien von Jocos i.° c) Eine Reisende von Ruf, Ida vonDüringsfeld, hat Carrara, der früher Professor am Gymnasiumvon Spalato gewesen war, später aber ins Unterrichtsministeriumberufen wurde, 1852 in Wien getroffen und sehr liebevoll gekenn-zeichnet: ,, Don Francesco Carrara ist fein, geistreich und einfach.
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