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Geschichte der österreichischen Volkskunde
Entstehung
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,, in allem dem stehen die Hirtenbühnen mit den Römern undGriechen in näherer Verwandtschaft als die sogenannten städti-schen, ständischen National- und Hoftheater" usw. beweisen diezeitgemäße Auffassung am besten.28)

Vermutlich wäre auch das Wirken des 1809 gefallenen Dich-ters Leo von Seckendorf in klassizistischem Sinn der Volks-kunde zugute gekommen.29) Der enge Anschluß Seckendorfs andie zeitgenössische Dichtung, sein Herantreten an Goethe läßtdarauf schließen, daß er seine Bestrebungen, die beispielsweisedie Veröffentlichung von Tiroler Mundartliedern in seinem Musen-almanach von 1808 ergaben, in diese Richtung weiterlenken

wollte.

Sein Tod zerriẞ wahrscheinlich manche in diesem Sinne an-gesponnenen Fäden. Reichsdeutsche Dichter beschäftigen sichin der Folgezeit nicht mehr mit dem österreichischen Volksleben,und die österreichischen selbst sind zum größten Teil einem zustarren Klassizismus verschrieben. Nur ab und zu tönen volks-tümlichere Klänge in ihren formgerechten Versen, etwa wennJosef Freiherr von Hammer- Purgstall in seinembeschreibenden Gedicht Die Gärten Wiens" auch die volkstüm-lichen Lustorte der Wiener miterwähnt.30)

Dagegen hat dieses Vierteljahrhundert des Empires in derbildenden Kunst Österreichs eine gewisse Richtung er-wachsen lassen, die an der sachlichen Darstellung des Volks-lebens, vor allem der Trachten, interessiert ist und bleibt. Diejosephinische Epoche hatte die Kaufruf- Darstellungen von Chri-stian Brand, 1775,31) und Jakob Adam, 1780, gebracht,welche die Volkstypen Glossar ::: zum Glossareintrag  Volkstypen der Weltstadt erstmalig graphisch er-faßten.32) Um 1800 sind aber bei allen interessierten Persönlich-keiten, vor allem beim Freiherrn von Moll wie bei ErzherzogJohann die Arbeiten des Steirers Johann von Lederwasch,geb. 1756, bekannt, der in niederländischer Manier Bauernszenenmalt, geradezu als ,, steirischer Teniers" angesprochen wird, abernie den Boden der realen Beobachtung unter den Füßen ver-liert.) Seine Arbeiten für das Kabinett Molls und für den Erz-herzog, beispielsweise die Trachtenbilder zur Knaffl- Handschrift,zeugen dafür.1804 gibt aber auch Johann ValentinKininger schon eine Folge Kleidertrachten der kaiserlich-königlichen Staaten" heraus, die somit am Anfang der langen undgewinnreichen Reihe der österreichischen Trachtendarstellungenin planmäßigen Aufnahmen steht. 34) Fast zur gleichen Zeit bringtder Tiroler Josef Anton Kapeller, 1760-1806, vier Hefte,, Tyroler Trachten" heraus, von Warnberger gestochen.35)Bei Kapeller wie bei anderen gingen diese TrachtendarstellungenHand in Hand mit Landschaftsbildern, die in steigendem Ausmaß

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