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Geschichte der österreichischen Volkskunde
Entstehung
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Kameral- Verwalter Johann Felix Knaffl, 1813.20) Knafflwar es im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen gegeben, nicht nur zubeobachten, sondern auch aufzuzeichnen, so daß sein Werk auchganze Lied- und Volksschauspieltexte, und sogar Melodien ent-hält. Von ähnlich hohem Wert ist auch die Beschreibung desLavanttales von Matthias Decrygnis von 1812.21)

Wissenschaftsgeschichtlich ist allerdings von Wichtigkeit, daßalle diese Aufzeichnungen und Sammlungen zunächst nicht dieÖffentlichkeit erreichten. Zum allergrößten Teil wurden sie erstin der nächsten Periode auszugsweise genutzt, gedruckt wurde einBruchteil erst über hundert Jahre nach ihrer Niederschrift.

Diese Tatsache bedingt, daß die weitere Entwicklung derArbeiten Erzherzog Johanns und seines Kreises erst bei der Be-handlung der österreichischen Romantik weiter betrachtet werdenkann. 22) Hier sind dagegen die Beobachter und Beschreiber desVolkslebens anzureihen, die mit ihren Aufzeichnungen noch wäh-rend des Empire an die Öffentlichkeit traten.

Neben den großen und geradezu berufsmäßigen Reise-beschreibern fallen sie freilich kaum mehr sehr ins Gewicht. Derbeachtenswerten Gruppe der Fußreisenden gehört J. C. Embelan, der 1803 seine ,, Schilderung der Gebirgs- Gegenden um denSchneeberg in Österreich herausgibt. 22a) Sein noch etwas aufklä-rerischer Ton hindert ihn nicht, zeitgemäß gute volkskundliche Be-cbachtungen zu machen. Er sieht die Brandwirtschaft, die Schnitz-warenherstellung, die Kohlenbrennerei, hört Sagen, merktTrachteneigentümlichkeiten an, geht sogar auf volkstümlicheIndividualitäten, wie einen Gutensteiner Zimmermann, ein, kurz,verkörpert den guten Durchschnitt der volkskundlich Inter-essierten seiner Zeit. Darüber gehen die Rückerinnerungen aneine Reise in Oesterreich und Steyermark im Jahre 1810", 1814,von Franz Joachim Ritter von Kleyle noch beträchtlichhinaus. Freilich hat Kleyle, der Güterdirektor Erzherzog Karlsund sein besonderer Vertrauter, als geborener Vorderösterreicherwie als landwirtschaftlicher Theoretiker einen gut beobachtendenBlick mit einer entschiedenen Distanz verbunden. 23) So geltenseine Aufzeichnungen denn auch vielfach landwirtschaftlichenBesonderungen im Anbauwesen wie in der Viehzucht, der Stein-ölgewinnung, der Schneckenmast usw. Darüber hinaus achtet eraber auf die kulturellen Komponenten der Wirtschaft, sieht beider Holztriftung auf die Hausmarken auf den Stämmen, auf dievolkstümliche Spielzeugindustrie der Viechtau usw. Von beson-derer Bedeutung ist seine Schilderung des Almwesens im Dach-steingebiet geworden, von wo er ausführliche Schilderungen vonTanz, Musik und Gesang gibt, das Ludeln der Sennerinnen ebensowie Schwegeln und Wurzhörner eingehend beschreibt und nach-

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