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Geschichte der österreichischen Volkskunde
Entstehung
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drei ,, Versuchen", dem, Versuch über die deutschen Bewohnerder österreichischen Monarchie" 1804, und den beiden Gegen-stücken über die slawischen und die jüdischen Bewohner ähnlichgrundlegende Leistungen gesetzt. Immer bleibt der erlebnis-mäßige Hintergrund für ihn von Wichtigkeit. Einen Teil seinerReisebeobachtungen hat er späterhin noch in seinen Bemer-kungen auf einer Reise von der türkischen Gränze über die Buko-wina nach Wien" festgehalten. Als Methode skizziert er gelegent-lich die Punkte:, An jedem Volke betrachte ich... dessen kör-perliche Beschaffenheit, Nahrungs-, Kleidungs- und Beschäfti-gungsart, desselben Kunstsinn, Denkart, Religion und moralischenCharakter.") Das also ist Beschreibung, nicht Sammlung.

Der Beschreibung sind auch die beiden anderen Wiener ver-haftet, die keine Vorbilder wie Rohrer, und dennoch weniger ver-gessen als dieser sind, nämlich Schultes und Sartori. Josef Au-gust Schultes, 1773-1831, Mediziner und zuletzt Professorder Naturgeschichte, ist der direkte Fortsetzer der aufklärerischenReisenden, an Hacquet geschult, mit Moll in Verbindung, und vonder ganzen polemischen Schärfe wie seine josephinischen Vor-gänger.12) Seine Reisen, die zunächst naturwissenschaftliche Ab-sichten verfolgen, hat er programmatisch mit der Schrift ,, ÜberReisen im Vaterlande" 1799 eingeleitet. Zunächst führen sie in dieWiener Umgebung: Ausflüge nach dem Schneeberg in Unter-österreich", 1802, womit Schultes zum Beispiel der ganzen Bieder-meiergeneration wird. Dann folgt aber jene Alpenreise, die seinenNamen berühmt machen soll: 1804 erscheinen die vier Bändeseiner ,, Reise auf den Glockner". Diese knapp nach den Erst-besteigungen des Glockners durchgeführte Reise enthält eine be-deutende Menge an volkskundlichen Beobachtungen, ähnlich wiedie im gleichen Jahr erschienene Reise durch Salzburg undBerchtesgaden". Wie bei Hacquet ist eine gewisse Vorliebe fürdas weltliche Volksleben und eine geradezu verständnislose Ab-neigung gegen das religiöse festzustellen. Immerhin sind mancheVolkswallfahrten und ihre Opfergaben gut geschildert, wenn manauch merkt, daß die Vorliebe des Verfassers mehr den Trachtenund Tänzen gehört. Eigentümlich ist, daß Schultes ebenso wieRohrer anscheinend keine Gabe zur Aufzeichnung von Textenbesessen haben muß. Er betont öfter, daß diese Gesänge ganzunverständlich" seien, und muß sich ihren Inhalt erzählenlassen. 13) Auch die späteren Reisebeschreibungen, die Reisendurch Oberösterreich", 1809, und die Donaufahrten", 1819-1827,geben immer Proben der Beobachtungsgabe des Naturforschersauf volkskundlichem Gebiet.

Mit Schultes ist Franz Sartori lebens- und forschungs-mäßig engverbunden.14) Gleichfalls Mediziner, wird der 1782 in

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