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Geschichte der österreichischen Volkskunde
Entstehung
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sich Beheim auch in einem eigenen Gedicht beschäftigt hat.Stärker örtlich gebunden sind seine erlebnismäßig fundiertenNachrichten über das gesellschaftliche Singen in Wien anläßlichder Belagerung des Kaisers in der Wiener Burg, 18) seine Mittei-lungen von typischen Wiener Volksscherzen, vielleicht die älte-sten, die überhaupt bekannt sind, usw. Sagenhafte Geschichten,Nachrichten über Alltäglichkeiten des Volkslebens, über Speisenund deren Namen, die Anführung von Sprichwörtern und Redens-arten lassen das Werk als eine Fundgrube volkstümlichen Guteserscheinen, die wohl ihr erster Herausgeber, Theodor vonKarajan, 19) kaum aber ein Nachfolger zu nützen gewußt hat.

Nicht aus der Umgebung, wohl aber noch aus der ZeitFriedrichs III.( IV.) stammt schließlich ein drittes Werk einesLandfremden, das für einen kleinen Teil Österreichs als besondersgute und reichhaltige Quelle anzusprechen ist, nämlich das Reise-tagebuch des bischöflichen Sekretärs Paolo Santonino, derin den Jahren 1485-1487 mehrmals mit seinem Herrn Visitations-reisen in Osttirol, Kärnten und Untersteiermark durchgeführthat. 20) Er notierte dabei mehr die kleinen Eindrücke des Alltagesals große Ereignisse, war außerdem ein typischer, kaum schonvon der Renaissance berührter realistischer Oberitaliener, undhat daher vielfach Dinge gesehen und berichtet, die in jeder Hin-sicht volksmäßig, mitunter sogar volkscharakteristisch anmuten.Siedlung und Wohnwesen mit Holzbauten, hölzernem Brunnen-trog, Heuharfen, Tanzhäusern usw. mußten ihm auffallen, da siein bestimmten Verhältnissen zu seiner Reisebequemlichkeitstanden. Als Freund guten Essens läßt er es an ausführlichenSpeiseschilderungen nicht fehlen, wie seine Freude an schönenMenschen und deren schönen Kleidern gute Einblicke in dieTrachten- und Schmuckverhältnisse der von ihm bereisten Land-schaften gewährt. Besonders aufschlußreich sind seine Bemer-kungen über Musik, Tanz und Gesang; selbst das charakteristischeJuchezen ,,, Jauchzen nach deutscher Art", 21) hat er in einer kleinenSchilderung festgehalten. Die erst spät erschlossene Quelle warvordem immer Handschrift und hat daher nicht anregend wirkenkönnen.

Ähnlich hat ja auch Beheims ,, Buch von den Wienern" keineNachfolge gezeitigt. Wirksam ist von diesen drei in gewissemSinn zusammengehörigen Darstellungen nur die des großenHumanisten geworden. Ganz unselbständige Nachfolger wieAlbert von Bonstetten in seiner Österreichischen Chronikvon 1492 22) haben sie sogar einfach abgeschrieben.

Auf Enea Silvio gehen dementsprechend auch die meistendeutschen Humanisten zurück, die in dieser Hinsicht interessiert

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