des Lukasbildes von S. Maria del Popolo in Maria- Langegg( 40) ist, das seitetwa 1600 verehrt wurde.
Zeitlich gereiht wirken die Jesuitengnadenbilder des 16. Jahrhunderts,Maria Schnee( seit 1592)( 29) und„ Mater Gratiae"( wohl seit 1554( 83) indas 17. Jahrhundert herein. Der Anfang des 17. Jahrhunderts ist durch diebeginnende Verbreitung des seit 1620 verehrten Mariahilfbildes in Passaugekennzeichnet( 93-98), die 1660 zur Gründung der Wiener Filiation führt( 99). Ebenfalls dem Anfang des 17. Jahrhunderts gehören die Gründungender Paulinerniederlassungen und die dadurch geförderte Verehrung desGnadenbildes von Czenstochau( 15-20) an. Die Jahrzehnte unmittelbar nachder Schlacht am Weißen Berg bringen die Verehrung des Karmelitergnaden-bildes„ Muttergottes mit dem geneigten Haupt" durch deren Initiator Domi-nicus a Jesu Maria 1631/32 nach Wien( 52). Außerdem sind jetzt Zeugnissedes gegenreformatorischen adeligen Familienandachtsbildes greifbar, diesicher 1640 in Zistersdorf( Maria in Vinea von Lucas Cranach[ 87]) und viel-leicht nach 1627 in Tulln( Kopie nach Cranachs Maria lactans der SammlungPalffy in Budapest[ 88]) in ein Franziskaner- bzw. Kapuzinerkloster kom-men. Das Beispiel der Muttergottes von Lima( 1687[ 66]) ergänzt dieses Bildder familiären Verehrung der Dynastie auch für das weitere 17. Jahrhundert.Die Zeit nach der Mitte des 17. Jahrhunderts wird durch die Gründung derWiener Filiation des Mariahilfbildes( 1660[ 99]) gekennzeichnet, während dasletzte Viertel und das Ende des Jahrhunderts unter dem Zeichen der mit denTürkenkriegen durch Herkunft und ikonographischen Typus verbundenenMaria Candia( seit 1672[ 1]) und Maria Pötsch( seit 1697[ 3]) steht.
In Bezug auf die Tiefe und Weite der Verbreitung ist eigentlich zwischenzwei Gnadenbildern graduell zu unterscheiden: dem Gnadenbild MariaPötsch, das primär als Hilfe gegen die Türken und später besonders in Pest-gefahr verehrt wurde, und Mariahilf, bei dem die ursprünglich ebenfallsdynastische Bezogenheit zurücktritt( wenn sie auch noch das ganze 18. Jahr-hundert lebendig bleibt) und besonders bei der Wiener Filiation die volks-tümlichen Verehrungsmotive überwiegen. Wenn diese Frage der unterschied-lichen Größe der kultischen Bedeutung auch noch nicht sicher geklärt werdenkann, wie Gugitz festgestellt hat 282), so ist dennoch an Hand der Artefaktensicher für das 18. Jahrhundert eine größere geographische Verbreitung desMariahilfbildes sichtbar, die offenbar auf jene volkstümliche kultischePatronanz zurückzuführen ist.
Kultgeographisch sind neben den ostkirchlichen Originalen und derenKopien( Maria Pötsch, Maria Candia, Czenstochau), für die die maßgebendenost- westkirchlichen Verbindungen oben schon besprochen wurden, vor allemdie römischen Lukasbilder und ihre Transferierung durch Fernwallfahrtenim mittelalterlichen Sinn und durch die gegenreformatorische Tätigkeit desJesuitenordens anzuführen. Entsprechend der ordenspolitischen Lage Öster-reichs ergibt sich auch eine Beziehung zur niederländischen Ordensprovinzder Jesuiten( Mater Gratiae[ 83]). Ordenspolitisch ist wohl auch die Ver-breitung des polnischen Heiligtums, der Muttergottes von Czenstochau( 15-20), zu erklären. Politisch- dynastische Zusammenhänge zeigen sich beidem Gnadenbild von Lima( nach Spanien und Südamerika[ 66]).
282) E. Frieß- G. Gugitz, Die Mirakelbücher von Mariahilf in Wien( 1689--1775)( Deutsche Mirakelbücher, herausgeg. v. G. Schreiber, Düsseldorf 1938, 78).
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