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Das Jahr der Schweizer und seine brauchtümliche Gestaltung
Eine Vielfalt von brauchtümlichen Ereignissen und Anlässen, die regio-nal sehr unterschiedlich sind, kennzeichnen den schweizerischen Jahresab-lauf. Dabei stehen Gewohnheiten, die aus dem alten bäuerlichen Zyklusstammen, der eingebunden war in die Rhythmen des Werdens und Verge-hens, der Aussaat, des Reifens und des Erntens, fraglos neben Bräuchen, dieaus dem kleinstädtisch handwerklichen Bereich oder der neuen urbanisier-ten Lebensweise erwuchsen. Eine Zeitlang hegte man die Befürchtung, daßim Zuge einer Nivellierung und Internationalisierung der Lebensweiseüberlieferte Bräuche verschwinden würden; sie erwies sich als gegenstands-los. Der Schweizer pflegt sein öffentliches Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtum mit Hingabe undSorgfalt; verschwundene Bräuche wurden nicht selten in den letzten Jahrenwieder reaktiviert.
Das Brauchgeschehen läßt sich nach unterschiedlichsten Kategoriengliedern:
Von den Brauchträgern her z.B. haben wir, generationsspezifisch be-trachtet, Bräuche der Kinder und Jugendlichen, der Ledigen, etwa dievielfachen Kinderfeste, als Ausdruck der Jugendpflege im 19. Jahrhundertentstanden, das Kinderfest von St. Gallen z.B. oder das Knabenschießen inZürich, die Maifeste im Waadtland und Genf, dann die knabenschaftlichenAnlässe wie die ,, fêtes de jeunesse" im Waadtland, die Schlittenfahrten derLedigen, so die Schlitteda im Engadin, der ,, Eierleset"( das wettkampfmäßi-ge Auflesen und Werfen von Eiern) im Aargau usw. Es fällt auf, daßspezifisch weibliche Feste mit wenigen Ausnahmen fehlen, ebenso Feste derBetagten, einer Bevölkerungsgruppe, die heute zahlenmäßig immer bedeu-
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